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American Splendor (Digipack)
mit Paul Giamatti, Harvey Pekar, Hope Davis, Regie: Shari Springer Berman, Robert Pulcini
DVD bei Amazon: EUR 19,99 EUR 12,97
(6 gebraucht ab EUR 2,89)
Erscheinungsdatum: Juni 2005
Durchschnittliche Bewertung: 3.5 von 5 Punkten
Sunfilm American Splendor, USK/FSK: 6+ VÃ--Datum: 29.06.05
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
5 Kommentare:
Witzig?...NICHT!
also da gibt es doch ganz unterschiedliche Meinungen zur Komik. Der Film ist ganz ok, aber liegt die ganze Zeit unter einer Glocke der Depression. Ich fand den Film langweilig und höchst unwitzig. Wirklich nett gemacht und auch gut gespielt, aber doch eher ein Drama.

"Ordinary Life is pretty Complex Stuff"
Es geschieht leider nicht so oft, wie man sich das wünscht, doch manchmal treten sie empor, die kleinen Wunder, Filme, die es schaffen, etwas gänzlich Originelles zu sein. "American Splendor" ist so ein Film, eine Independent-Perle, die überrascht, fasziniert, berührt und auch ein wenig irritiert.
Der 2003 entstandene Film, der eine Art seltsamer Hybrid aus Biopic, existenzialistischem Drama, lakonischer Komödie und Comicverfilmung darstellt, wurde auf sehr kreative Weise von dem Regisseur-Ehepaar Shari Springer Berman und Robert Pulcini inszeniert. "American Splendor" basiert auf der gleichnamigen Underground-Comicreihe von Harvey Pekar, einem notorisch schlecht gelaunten, schwermütigen und einfach gestrickten Krankenhausarchivar aus Cleveland, der eines Tages in seiner Verzweiflung auf die Idee kam, sein tristes Leben als Comic darzustellen.

Der Film folgt den prägenden Abschnitten seines Lebens, doch ist dabei nicht als eine konventionelle Filmbiografie zu verstehen. Den Filmemachern gelang es, die Comics auf faszinierende Weise filmisch zum Leben zu erwecken, indem immer wieder kleine Anmerkungen in Kästchen oben am Bildrand erscheinen, Sprechblasen über die Köpfe der Charaktere gesetzt werden oder eine Real-Einstellung nahtlos in eine Zeichnung übergeht. Darüber hinaus kommt es vor, dass das Gezeichnete in den Realfilm integriert wird, oder umgekehrt. Ein genialer Kniff ist auch, dass die realen Charaktere, vor allem Pekar selbst, oft selbst auftreten, das Geschehen aus dem Off kommentieren, von den Filmemachern in einem Tonstudio interviewt werden oder sogar mit ihren Darstellern auch mal im selben Bild sind. Dadurch entsteht eine faszinierende Überlagerung der Realitätsebenen, die den Film zu etwas wirklich erfrischend Einzigartigem machen.

Durch diese Nebeneinanderstellung ist es auch verblüffend, wie perfekt die Schauspieler ihre realen Gegenüber darstellen, scheinbar regelrecht ihr Wesen und ihre skurrilen Eigenarten übernehmen. Gespielt wird Pekar von Paul Giamatti, der hier den Nagel auf den Kopf trifft und eine meisterhafte Leistung bietet. Dasselbe ist über Hope Davis zu sagen, die die nicht minder verschrobene Joyce Brabner, Pekars langjährige Ehefrau, spielt. Auch exzellent besetzt ist der ohnehin schon etwas seltsam anmutende Judah Friedlander, der Toby Radloff, den "genuine nerd" und Kollegen von Pekar, verkörpert. Auch diesem gelingt es, seinen exzentrischen Charakter bis auf die Stimme genau zu treffen.

"Ordinary Life is pretty complex stuff", so lautet der passende Leitspruch der Comics. Pekar ist kein Comicheld wie Superman oder Batman, er ist ein einsamer Kerl, der ein langweiliges und ereignisloses Dasein im tristen Cleveland fristet und eigentlich nie gut gelaunt ist. Er ist ein unverbesserlicher Pessimist, der oft sehr unsympathisch rüberkommt und daher nicht unbedingt eine Figur ist, mit der man sich immer leicht identifizieren kann. Doch Pekar ist eine reale Person, ein Held des Alltags, der sich mit ganz üblichen Banalitäten rumschlägt und diese dokumentiert hat. Doch für ihn ist nichts trivial, denn das ist nun mal sein Leben. Der Film zeigt im letzten Drittel schließlich Pekars Kampf gegen den Krebs, den er gemeinsam mit seiner Frau in Comicform unter dem Titel "My Cancer Year" dokumentiert und damit vielleicht sogar besiegt hat.

"American Splendor" ist sicherlich kein Film, der jedermanns Geschmack treffen kann. Die schrulligen Eigenarten der Charaktere, die den Film und die Comics bevölkern, haben zwar immer ihren ganz besonderen Charme, können bisweilen aber irritierend sein. Den Filmemachern gelang es jedoch auf wirklich eindrucksvolle Weise, das Universum von "American Splendor" filmisch zu interpretieren, wodurch ein faszinierendes und höchst unkonventionelles Spiel mit Realität und Fiktion entstand.


Super Film
Echt ein Super Film, anfangs erscheint er recht langweilig doch später wird er richtig gut!

Für Fans des Comics ein Muss, für andere einen Versuch wert
Die Verfilmung des Kult-Comics ?American Splendor? von Harvey Pekar, die so gar nichts mit den sonst aktuellen Comic-Verfilmungen zu tun hat. Wer die ?American Splendor?-Hefte kennt, weiß bereits, dass das Marvel-Universum mit ?Spider-Man?, den ?Fantastic Four? und dem ?Hulk? weit entfernt ist. Verwandtschaft besteht hier eher zu Robert Crumb, oder, wenn man aktuelle Referenzen sucht, Adrien Tomine und Daniel Clowes (wer die Verfilmung von "Ghostworld" mag, wird vermutlich auch hier seinen Spass finden). Kurz: ?American Splendor? ist ein independent comic und auch die Verfilmung fällt in den Independent-Bereich. Also keine teuren Effekte, wer einen Film wie Spider-Man oder X-Men erwartet, ist hier definitv auf der falschen Party.
Die Autoren/Regisseure zeichnen mit viel Liebe zum Detail den Weg Harvey Pekars (sehr gut: Paul Giamatti) nach, von der ersten Idee zum Comic bis zu den legendären Letterman-Auftritten und darüber hinaus. Es wimmelt im gesamten Film nur so von kruden, aber durchaus liebenswerten und humorvollen (wenn auch der Humor oft etwas schräg ist) Charakteren. Das Ganze ist von Shari Springer Berman und Robert Pulcini äußerst effektiv in Szene gesetzt worden, sie lassen den Charakteren genug Zeit, sich zu entfalten, die einzigen auffälligen Tricks sind gelegentliche Einschübe von Comic-Bildern (als besonders gelungen hervorzuheben ist hier der Vorspann) und Einwürfe des echten Harvey Pekar.
Wer die Comics mag, wird diesen Film lieben, für alle anderen ist es auf jeden Fall einen Versuch wert. Der geneigte Zuschauer muss allerdings bereit ein, sich auf die Figuren und den Humor einzulassen, damit der Film funktionieren kann. Für das Drehbuch gab?s eine Oscar-Nominierung und in Sundance den großen Preis der Jury ? zu Recht.
Die Ausstattung der DVD ist angemessen, ein paar Hintergründe vom Dreh und ein Audiokommentar einiger der beteiligten Personen, der aber eher unterhaltsam ist als wirklich informativ (mit u.a. den Regisseuren, dem echten Harvey Pekar und dem echten Toby). Trotz der durchaus gelungenen Synchronisation sollte man den Original-Ton zumindest einmal antesten.
Wenn irgendwo möglich, sollte man nach der Erstauflage Ausschau halten, ein schönes Digipak in einer bedruckten Plastikhülle, außerdem noch ein extra produziertes Comic-Heft.



Im O-Ton ansehen
Da der Filmtitel niemandem hier auch nur annähernd etwas sagte, habe ich mich ausschließlich auf die rottentomatoes-Bewertung verlassen - und siehe da, der Film ist eine Perle!

Vorneweg: es handelt sich nicht um eine typische Komödie für die "ganze Familie"; die Art des Humors ist sehr subtil und zielt klar in Richtung Subkultur. Wer über Filme wie "Der Mondmann" oder "Herr Lehmann" lachen kann, ist hier genau richtig.

Die verschiedenen Erzählebenen (der echte Pekar damals und heute, Giamatti als Pekar, und die Comics) sind anfangs etwas ungewohnt, aber man findet sich schnell ein. Die Story ist kaum existent - eben die Biographie eines ganz normalen Lebens. Was den Film so einzigartig macht, sind die Charaktere: Giamatti läuft in seiner Hauptrolle als skurriler Alltagsmensch Pekar zu Höchstform auf. Jedes genervte Augenrollen, jedes Satzende mit "..., man!" in so ungewohnt hoher Stimme ist ein Brüller. Aber auch die Nebendarsteller überzeugen: der bekennende "Genuine Nerd" Toby, die exzentrische Joyce, alle sind ungemein sympathisch und passend wunderbar zusammen.

Aber um auch auf die negativen Kritiken hier einzugehen: ich habe mir den Film ein zweites Mal in deutscher Fassung angesehen, und ich muss sagen: er war nicht lustig. Charme und Wortwitz gehen in der Übersetzung total verloren (zum Vergleich etwa das erste Treffen Harvey-Joyce am Bahnhof), die Synchronstimmen können nicht annähernd mithalten. Daher mein Tipp: unbedingt in O-Ton ansehen! Leider wurde versäumt, auch englische Untertitel mitzuliefern.
Das auf der Einzel-DVD enthaltene Bonusmaterial umfasst Trailer, Hinter-den-Kulissen-Material und ein Kurzspecial über die Pekars beim Filmfestival Cannes. Die Menüführung ist stilecht im Comic-Look gehalten.

Fazit: nur für Freunde speziellen Humors geeignet, und nur in der Originalfassung wirklich herausragend.

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The Nanny Diaries [UK Import]
mit Laura Linney, Chris Evans, Paul Giamatti, Scarlett Johansson, Alicia Keys, Regie: Robert Pulcini, Shari Springer Berman
DVD bei Amazon: EUR 19,82 EUR 18,99
(4 gebraucht ab EUR 3,47)
Erscheinungsdatum: Februar 2008
Durchschnittliche Bewertung: 3.5 von 5 Punkten
3 Kommentare:
Ganz süß
Ein schöner Film für zwischendurch oder für einen trüben Wintertag. Amüsant und warmherzig, mit einer Priese Liebe. Manchmal treibt der Film etwas zu sehr ins Kitschige ab (der Mary Poppins Schirm wäre nun wirklich nicht nötig gewesen), aber auf der anderen Seite gibt es auch ein paar witzige Lacher (ich sage nur "Unterhose"). Alles in allem ein niedlicher Film, den man nicht zu ernst nehmen sollte.

Naja
Ich lese derzeit das Buch bereits das 2. Mal und habe mir gerade den Trailer angesehen. Ich war ehrlich gesagt total enttäuscht. Ich kenne jetzt nur Ausschnitte, werde mir zwar den Film ansehen, jedoch ist das Buch wesentlich unterhaltsamer.

Auch ich war mal ein AuPair in NYC - aus diesem Blickwinkel betrachtet ist der Film natürlich auch zu überzogen. Wie gesagt, NAJA ... .

ganz nett
wenn man, so wie ich, jemals als Au Pair gearbeitet hat, kann man sich ungefähr ausmalen, dass das sich vorgestellte, schildernde Leben als Kindermädchen in Realität dann doch etwas anders aussieht.
Scarlett Johansson spielt Annie, frisch vom College und ohne einen Plan für die Zukunft. Durch Zufall wird sie als Nanny einer reichen New Yorker Familie eingestellt und das Abenteuer kann beginnen...
Ich finde den Film unterhaltsam für alle, die auch gelitten haben ;) und als kleinen Vorgeschmack für solche, die es noch vor sich haben.
Ansonsten solide Leistung der Darsteller, aber für mich kein Film, der einem länger im Gedächnis bleibt..

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Nanny Diaries
mit Scarlett Johansson, Laura Linney, Paul Giamatti, Regie: Shari Springer Berman, Robert Pulcini
DVD bei Amazon: EUR 8,99 EUR 9,99
(2 gebraucht ab EUR 5,85)
Erscheinungsdatum: Mai 2010
Durchschnittliche Bewertung: 4.0 von 5 Punkten
2 Kommentare:
macht echt freude...
...diesen film anzusehen. ist keine 1:1 adaption des buches, aber super gelungen. toll gemacht, prima.

Für Freunde der klassischen New-York Story
NANNY DIARIES ist ein sehr guter Film für verregnete Nachmittage.
Die Geschichte ist zwar denkbar amerikanisch und in ihrer hochneurotischen Sichtweise der Dinge manchmal wirklich schwer zu ertragen, aber insgesamt doch nett anzusehen.
Im Grunde ist NANNY das alptraumhafte Gegenstück zu den überkandidelten Fashion Victims aus Sex and the City.
Hier wird nämlich klar, was aus Damen wird, die einen schwerreichen, aber emotional verkrüppelten Lügner heiraten, nur um sich ins gemachte Nest zu setzen.
Gruselig allemal. Und Scarlett Johannson liefert wie immer eine solide Performance ab.

Empfehlenswert mit Einschränkungen.

© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Nanny Diaries
mit Scarlett Johansson, Laura Linney, Paul Giamatti, Regie: Shari Springer Berman, Robert Pulcini
DVD bei Amazon: EUR 14,99 EUR 8,99
(12 gebraucht ab EUR 2,79)
Erscheinungsdatum: Mai 2009
Amazon.de-Verkaufsrang 7361
Durchschnittliche Bewertung: 3.0 von 5 Punkten
5 Kommentare:
belanglos
Ich finde, der Titel meiner Rezension sagt schon alles über den Film aus.
Die Story und auch die Umsetzung sind weder unterirdisch mies, doch ein Meisterwerk sieht wahrlich anders aus.
Nanny Diaries ist einfach ein Film für Zwischendurch, den man, sobald der Abspann zu Ende ist, auch schon wieder vergessen hat.
Die, meiner Meinung nach überbewertete Keira bringt auch hier keine Meisterleistungen, von der Darstellerin Laura Linney war ich hingegen positiv angetan.


Zuviel Zucker
Der Erfolg ihres gemeinsamen Romans hat Emma McLaughlin und Nicola Kraus sehr überrascht. Die beiden jungen Autorinnen sind Insider auf dem Nannysektor und haben ihre Erfahrungen schriftstellerisch verarbeitet. Getreu dem Motto, dass Fiktion eben doch interessanter als das wirkliche Leben ist, haben sie die Figuren ihres Dramas liebevoll ausgestaltet und mit ihrer Botschaft, materiell verwöhnten, aber emotional vernachlässigten Kindern mehr Aufmerksamkeit zu schenken voll in die Herzen ihrer Leser getroffen. Auch die Filmindustrie wurde auch die köstliche Gesellschaftssatire mit Herz und Biss aufmerksam, die 2007 unter der Regie von Shari Springer Berman und Robert Pulcini verfilmt wurde. Liebevoll ausgestattet und mit sehr guten Darstellern besetzt, konnte bei dem Film eigentlich gar nichts schiefgehen. Leider schwächen die eingebauten märchenhaften Elemente und das versüßte Filmende den Biss der Buchvorlage. Das Ergebnis ist ein eher durchschnittliches Selbstfindungsdrama mit obligatorischer Romantik.

Annie Braddock hat eben das Abschlusszeugnis in Anthropologie in der Tasche und möchte nun mit ihren Talenten den amerikanischen Markt erobern. Leider fällt ihr bereits auf die erste Frage im Vorstellungsgespräch nichts ein. Woher soll sie eigentlich wissen, wer sie selbst ist? Als sie sich im Central Park eher trübsinnige Gedanken über ihre Zukunft macht, fällt ihr Blick auf einen kleinen Jungen, den sie gerade noch retten kann, bevor er von einem abgelenkten Radler überrollt wird. Dankbar reicht die Mutter ihr die Hand und fragt nach ihrem Namen. Statt Annie versteht Mrs. X aber nur Nanny und schon bekommt Annie eine Flut von Visitenkarten von verzweifelten, reichen Müttern zugesteckt, die unbedingt mehr Zeit für sich brauchen. Unsere Heldin beschließt, ihre Karrierepläne erst einmal auf Eis zu legen und Feldforschung im Familiensektor zu betreiben. Sie nimmt den Job als Nanny bei der Familie X an. Allerdings hat der Job eindeutig seine Tücken. Der kleine Grayer, der seine letzte Nanny vermisst, hasst Annie. Sie muss in einer Besen-kammer schlafen und ihre neue Arbeitgeberin erwartet von ihr, dass sie fast rund um die Uhr bereit steht. Die letzte Nanny wurde entlassen, weil sie nur ein Date hatte! Männer sind also für Annie tabu, aber gleich am nächsten Tag läuft ihr der schnuckelige Nachbar von Familie X über den Weg, der bei ihr nur Harvard Hottie heißen wird. Außerdem hat sie ihrer Mutter noch nicht gestanden, dass sie sich für einen Dienstbotenjob weg wirft. Ihre beste Freundin Lynette hält sie für leicht verrückt, dass sie diesen Horrorjob behält. Aber Annie hat ihr Herz bereits an den kleinen, einsamen Grayer verloren, dessen Mutter sich keine Zeit für ihn nimmt. Der Vater X ist sogar noch schlimmer und vernachlässigt Frau und Sohn, um Geld zu scheffeln und seine Geliebte zu bedienen. Annie singt Grayer französische Lieder vor, schleppt ihn zu wichtigen Spielterminen und Partys und versucht nebenbei noch die hohen Anforderungen der exzentrischen Mrs. X zu erfüllen. Aber auch Harvard Hottie gibt nicht auf und möchte Annies Herz erobern. Der gemeinsame Familienurlaub bringt die perfekte Nanny dann auch an die persönlichen Grenzen. Aber ein Abschied von dem liebenswerten Grayer würde Annie und dem Kleinen das Herz brechen. Aber vielleicht liegt diese Entscheidung auch gar nicht in Nannys Hand...

Ein roter Schirm, der im Film als Symbol dafür steht, dass Annie ihren Problemen davon schweben will, erinnert an "Mary Poppins" und es ist bestimmt kein Zufall, dass auch die Filmmusik an den Klassiker erinnert. Leider hat Annie aber keine zauberhaften Fähigkeiten, die ihre Arbeit erleichtern. Mrs. X hat bestimmt nicht nur zufällig einen Mantel im Schlangenlederlook an, als sie Annie im Central Park zuerst begegnet. Leider hat unsere Heldin dieses Warnzeichen bemerkt und hält die extravagante Upper East Side Dame noch für etwas Besonderes. Annies Lieblingsplatz in ihrer Heimatstadt New York ist das Naturkundemuseum. Die Schaukästen des Museums wurden filmisch erweitert und der Zuschauer kann typische Szenen aus dem Großstadtleben der Reichen und Erfolgreichen betrachten. Annie merkt an, dass es in Afrika ein Sprichwort gibt: Es bedarf eines ganzen Dorfes, um ein Kind groß zu ziehen. An der Upper East Side jedoch bedarf es für die Erziehung des Kindes nur einen Menschen: Die Nanny!

Die Extras sind bei dieser DVD erwähnenswert, weil sie interessanten Aufschluss über die Hintergründe dieses Filmes geben. Da gibt ein Interview, in dem die Autorinnen des Buches munter über die Entstehungsgeschichte ihres Romans sprechen und auch ihre Eindrücke von dem filmischen Ergebnis wiedergeben. Sie haben bis zum Alter von 23 Jahren selbst als Nannys gearbeitet. "Mit 21 Jahren, so sagen sie, siehst Du Dich in der Welt Deiner Arbeitgeber um und Du denkst, wenn Du Dich anstrengst, könntest Du es genauso wie sie haben. Und dann siehst Du, wie sie wirklich leben und dann möchtest Du auf keinen Fall so werden wie sie. Die Frau ist in ihrem Bereich und das Kind soll in seinem Bereich bleiben. So willst Du nicht enden." Im Making of kommen die verschiedenen Schauspieler zu Wort und auch der Drehort New York wird gezeigt. Einige Szenen spielen im Central Park, der aber niemals für Dreharbeiten gesperrt wird. Eine anregende Herausforderung für die Crew.

Rein optisch besticht die Geschichte der Nanny mit Herz natürlich schon sehr. Scarlett Johannson ist wie immer ein Hingucker und sie spielt die mutige Nanny mit Überzeugung. Laura Linney darf sich als eiskalte Mrs. X in Szene setzen und sie kann einfach umwerfend aussehen. Als Gesellschaftssatire dagegen ist der Film etwas zu lasch. Die Romanze mit Harvard Hottie, die im Roman eher stiefmütterlich behandelt wurde, wurde filmisch etwas mehr ausgestalten, aber wirklich romantisch wirken Scarlett Johannson und Chris Evans dann doch nicht. Als eher leichtere Unterhaltung für einen verregneten Sonntagnachmittag ist der Film durchaus okay, aber aus der Buchvorlage hätte man eindeutig mehr machen können!


Mieser Film
Dieser Film ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass man nicht jedes Buch verfilmen sollte. Das Buch "Die Tagebücher einer Nanny" ist schön geschrieben, ein humorvoller Frauenroman. Doch die Schrullen der Darsteller, die diesem Roman die Würze verleihen, sind im Film einfach nur nervig. Die Darsteller wirken allesamt überdreht, die Sprache ist entsetzlich, und man kann mit keinem der Protagonisten sympathisieren. Was im Buch glaubwürdig rüberkommt ist hier im Film derart überzogen dargestellt, dass keinerlei Bezug mehr zur Wirklichkeit dargestellt werden kann. Zum Glück hatte ich den Film nicht gekauft, sondern nur in der Mediathek ausgeliehen.

Ganz nett, aber eben nicht mehr
Eine Komödie mit Scarlett Johansson - immerhin die derzeitige Lieblingsschauspielerin von Woody Allen -, verspricht eigentlich ein gewisses Niveau, aber die "Nanny Diaries" halten leider nicht, was die Besetzung verspricht.

Annie Bradock (Scarlett Johansson) will nach ihrem College-Abschluß ein Sabbatical einlegen und über ihre berufliche Zukunft nachdenken. Was könnte da besser sein, als einen potentiell leichten Job als Nanny bei einer reichen Upper-East-Side Familie anzunehmen.
Ihr Schützling, der kleine Grayer (süß gespielt von Nicholas Art), ist anfangs nicht gerade ein pflegeleichtes Kind.
Gestresst durch wechselnde Aufpasserinnen und verunsichert durch die ständige Abwesenheit seiner Eltern, taut er erst nach geraumer Zeit auf.
Die ebenfalls gestresste Mama Mrs.X (wirklich glaubhaft von Laura Linney gespielt) ist eher damit beschäftigt zu shoppen und ihre Ehe mit Mr.X (Paul Giamatti als wahres Ekel) zu retten. Dieser kennt nur seine Geschäfte sowie seine diversen Affären und ignoriert seine Familie völlig.

Annie schafft es mit ihrer liebevollen Art eine Beziehung zu ihrem Schützling aufzubauen. Und so scheint es, dass sich das Leben für Grayer vorteilhaft entwickelt.
Als Annie jedoch den smarten Hayden (Chris Evans, als "American-College-Boy"), einen Nachbarn, näher kennen lernt, wird ihr bewußt, dass sie sich, trotz der negativen Erfahrungen mit ihrer Arbeitgeberin, die sie rund um die Uhr mit einer "Nanny-Cam" bespitzelt, aus ihrer Verantwortung für Grayer nicht so einfach zurückziehen kann. Das Kind sieht in ihr den einzigen Halt, eine Situation, die früher oder später nicht mehr tragbar sein wird.
Dennoch beschließt Annie, ihren Job zu kündigen, ihre Arbeitgeberin kommt ihr jedoch zuvor, weil sie Annie verdächtigt, eine Affäre mit Mr.X zu haben.

Ihres Jobs verlustig, hat Annie nun keine Skrupel mehr, ihrer Arbeitgeberin durch eine Aufnahme mit der "Nanny-Cam" die Vernachlässigung und Gleichgültigkeit ihrem Sohn gegenüber aufzuzeigen.
Eine Aktion, die letztendlich dazu führt, dass sich Mrs.X von ihrem promiskuitiven Mann trennt und ihren Sohn eigenhändig erzieht.

Regisseur Robert Pulcini wollte mit "Nanny Diaries" eine Hommage an "Mary Poppins" abliefern, was ihm jedoch nicht gelungen ist. Die Zitate aus dem legendären Disney-Film sind platt und lieblos.
Die Story jedoch in das heutige Manhattan zu verlegen ist sinnvoll, da Pulcini hier jedes Klischee eines vernachlässigten und unglücklichen reichen Kindes bedienen kann.
Pfiffig auch die Idee, Annie Bradock als studierte Ethnologin einen "Feldversuch" in Sachen Kindererziehung durchführen zu lassen. Dieser wird von der Protagonistin als Ich-Erzählerin aus dem Off kommentiert - ein sehr gelungener Regie-Einfall.

"Nanny-Diaries" hätte eigentlich eine schöne Familien-Komödie werden können, wenn der Plot nicht jegliches Klischee von reichen, ihre armen Bediensteten ausnutzenden, Schmarotzern bedienen würde. Hier hat der Regisseur leider weder mit Satire noch mit Ironie gearbeitet.
Die "Mary Poppins"-Zitate sind platt und eigentlich völlig unnötig. Einzig die Spiellaune der Akteure und die Idee, den Plot als "Feldversuch" zu dokumentieren machen den Film Drei-Sterne-tauglich.


Wunderschöner Film
Zum Inhalt des Films wurde wohl schon genug gesagt, deshalb will ich euch nur sagen, dass dieser Film mich umgehauen hat. Er hat mir so viel mehr gegeben als ich erwartet habe, ich war regelrecht überrascht und als ich ihn fertig gesehen hatte, hatte ich auch so ein Gefühl wie nach "Der Teufel trägt Prada."
Wirklich verblüffend...

Schon allein für dieses Gefühl und noch so vieles mehr, verdient der Film meiner Meinung nach 5 Sterne.

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