Sarkar
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Erscheinungsdatum: Juni 2007
Durchschnittliche Bewertung:

Rapid Eye Movies Sarkar, USK/FSK: 16+ VÃ-Datum: 22.06.07
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Sarkar ! Was für ein Film.Er reicht zwar an das Original( Der Pate) nicht heran aber trotzdem ist es ein guter Film.In düsteren Bildern wird gezeigt wie die Welt des Sarkar,des indischen Paten aussieht.Diese Welt ist nicht schwarz/weiss sondern grau.Der Sarkar versucht armen und benachteiligten Menschen zu helfen,aber leider mit unlauteren Mittel.Das macht ihn in vielen Augen zu einem schlechten Menschen und seine Taten zu kriminellen Handlungen. Der Sarkar hat zwei Söhne, der eine arbeitet im Bollywoodfilm-Geschäft.Der andere studiert in Amerika.Als sein jüngerer Sohn aus Amerika kommt,passieren mehrere Zwischenfälle die das Bild das die Menschen vom Sarkar haben(meistens ein gutes) langsam zerstört.Die Ereignisse überschlagen sich und seine Söhne müssen jeder für sich eine Entscheidung über ihr zukünftiges Leben treffen. Wer Actionfilme und die Bachchans mag wird diesen Film mögen!
Sarkar - Indiens Hommage an "Der Pate" Meine (extrem lange ) Kritik zu Sarkar"
Ram Gopal Varmas Hommage an Der Pate"
Sarkar" ist mein zweiter Film von Ram Gopal Varma. Seit Company" ist er für mich einer der besten Regisseure Indiens.
Für mich sind die 3 besten Regisseure Indiens Karan Johar, Mani Ratnam und Ram Gopal Varma.
Denn sie sind diejenigen, die das indische Kino im neuen Jahrtausend modernisiert haben - das schafft kein Aditya Chopra mit DDLJ", auch wenn er damit den größten Klassiker geschaffen hat. Auch ein Yash Chopra erreicht dies nicht durch seine Produktionsfirma und Filme wie Dhoom", Dhoom 2", Veer & Zaara" und Hum Tum".
Und auch nicht Rakesh Roshan, wenn er seinen Krrish" durch die Luft fliegen lässt.
So etwas schaffen auch nicht die Regisseure von Zinda", Karam", Masti" oder No Entry". Und auch nicht Farhan Akthar und Farah Khan mit ihren Blockbustern Don" und Main Hoon Na".
Denn Karan macht die Romanzen, welche endgültig den Hollywood-Mist ablösen. Das hat man ja sehr gut an dem Erfolg von KANK" gesehen. Kal Ho Na Ho" und K3G" sind genauso - sie sind die indischen Filme, die endgültig auch westliches Kino erreichen.
Mani Ratnam hingegen ist der Steven Spielberg von Bollywood.
Er macht die politischen Filme - die neuen Wegweiser für indisches Kino. Ob Roja", Bombay", Dil Se", Yuva" und Guru". Seine Filme sind oft dem indischen Publikum voraus.
Und Ram Gopal Varma ist derjenige, der die wahren Zustände in Indien in seinen Bildern zeigt. Denn seine Mafia-Filme sind dunkel und leise - nicht farbenfroh und laut.
Varma macht, wie Mani Ratnam, auf die schlechten Seiten aufmerksam - die Seiten, die andere Regisseure schön ignorieren. Varmas und Ratnams Filme sind realitätsnäher als alle anderen indischen Filme - das fängt schon damit an, dass die Action nie verschönert wird - wie es z.B. in Krrish, Don, Asambhav, aber auch fast allen anderen indischen Filmen der Fall ist. Die Dialoge und Hintergründe der Story stehen bei beiden im Vordergrund.
In Varmas Film Company" gibt es einen bestimmten Satz - der gut die Bedürfnisse des indischen Publikums darstellt:
Wenn der Film gut ist, kommen die Leute ins Kino - aber dann muss alles drin sein - Action, Tänze - eben alles."
Zweifellos gehört der Masala-Mix ins indische Kino - doch er zieht auch viele indische Filme wieder runter. Denn die Mischung aus Action, Humor, Romanze und Tanz kann nicht immer funktionieren.
Ratnam und Varma hingegen beschränken sich fast ausschließlich auf ein Thema - weshalb Story, Logik und Schauspiel meistens immer großartig zusammenpassen.
Wenn die beiden Songs in ihren Filmen einsetzen (bei Ratnam sind sie noch verankert, bei Varma in Sarkar" schon ganz draußen) dann passen ihre Songs grandios in den Film ohne die Handlung oder Spannung herabzusetzen (ob es nun um Khallas" in Company", oder die Songs in Yuva" geht).
Ihre Filme sind zweifellos Hollywood-orientiert, aber sie schaffen trotzdem dem Publikum zu zeigen, dass es ihre Filme indisch" sind - anders als Filme wie Elaan", Asambhav" und Zinda"(den ich liebe!!).
Doch nachdem ich jetzt erstmal ständig nur über die beiden Regisseure geredet habe - möchte ich jetzt auch mal zur Kritik kommen:
Story:
Subash Nagre, von allen Sarkar (Amitabh Bachchan) genannt, ist der Pate von Mumbai: Auge um Auge"- nach diesem Gesetz lenkt das Familienoberhaupt mit ruhiger Hand die Geschicke der Stadt. Angetrieben von seinem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn weist er mit drastischen Mitteln Politiker, Geschäftsleute und machthungrige Geistliche in die Schranken. Dafür wird er von den einfachen leuten als Volksheld gefeiert. Als sich seine Feinde verbünden, um den Patriarchen durch Rufmord zu stürzen, soll sein Sohn Shankar (Abhishek Bachchan) vorläufig die Geschäfte weiterführen. Das schürt die Missgunst seines Bruders Vishnu (Kay Kay).
Wie so viele Regisseure wurde ich von dem Film Der Pate" beeinflusst. Sarkar" ist meine Hommage an ihn."
Dies schreibt Ram Gopal Varma beim Vorspann. Und gerade weil ich ein Riesenfan von Der Pate" bin, werde ich entsprechend Vergleiche, sowohl mit Copallas Meisterwerk Der Pate", als auch mit Varmas Film Company" anstellen.
Sarkar" ist zunächst mal nur" 120 Minuten lang - für mich für einen Mafiafilm schon mal zu kurz (ok, bei Scarface" war ich dankbar als die letzte Minute endlich um war). Dennoch war für mich Sarkar" definitiv zu kurz, denn bei Der Pate" und Company" war ich für jede Minute dankbar, die der Film hatte. Von mir aus hätten Der Pate" und Company" 5 Stunden dauern können - ich hätte bis zur letzten Minute die Augen nicht von den Filmen abwenden können.
Die Schauspieler sind allesamt gut - allerdings waren nur Amitabh und Abhishek mir in den Hauptrollen vertraut. Der einzige Schauspieler, den ich in dem Film sonst noch kannte, war Anupam Kher. Jedenfalls sind die Darsteller allesamt zufrieden stellend. Dennoch kommen Amitabhs Leistung als Subash Nagre (Sarkar)" nicht an die Leistungen eines Marlon Brando in Der Pate" heran. Genauso wenig Abhishek an Al Pacinos Leistung, auch wenn Abhishek in den 2. Stunde großartig ist. Auch fand ich ihre Leistungen nicht ganz so überzeugend, wie die von Ajay Devgan und Vivek Oberoi in Company".
Auch generell betrachtet hat mich die Handlung hier weniger überzeugt als in Company" - denn für mich ist das Bild von Gangs, in dem Mumbai unserer Zeit, besser vorstellbar, als ein Pate" oder Sarkar", der alle Geschäfte in Mumbai kontrolliert. Ein Pate" ist zwar vorstellbar - aber nicht mit einem so großen Machtumfang wie in Sarkar" - denn selbst Don Corleone hatte in Der Pate - Teil 1 & 2" eine klare Grenze, die erst am Ende des Films durchbrochen wurde. Bei Der Pate" wurde die Corleone-Mafia mit jedem Film stärker - am Ende von Sarkar" ist der Machtumfang des Sarkars aber im Grunde gleich groß geblieben.
Auch das Thema Geschäft steht bei Sarkar" im Hintergrund - genauso aber auch die Familie. Während in Der Pate" sowohl das Geschäft, als auch die Familie eine zentrale Rolle in der Handlung spielten - und in Company" ebenfalls beides entscheidend war - fehlt beides in Sarkar".
Denn die Familie spielt in Sarkar kaum eine Rolle - in Company" hingegen spielte, in der ersten Hälfte des Films, das Geschäft die Hauptrolle der Story und in der Zweiten dann die Familie - und damit vor allem auch die moralischen Fragen.
Denn bei Der Pate" und Company" spielte sich bei mir das gleiche Szenario ab: In beiden Filmen schließt man die Charaktere in der ersten Hälfte des Films ins Herz. Man ist sich bewusst wer diese Menschen sind - man sieht ihre Verbrechen deutlich vor Augen - aber genauso sieht man auch ihre andere Seite. Die Figuren sind einem symphatisch und dann in der zweiten Hälfte - wenn dieses Bild einstürzt, weil die Charaktere sterben, oder man endgültig das wahre Bild dieser Personen sieht, dann leidet man in diesem Film mit.
Ich weiß noch welche Leere ich plötzlich in den letzten Minuten von Der Pate 2" und Company" in mir gefühlt habe.
Doch in Sarkar" gelingt es dem Zuschauer nicht wirklich eine Beziehung zu den Figuren aufzubauen.
Der Film beginnt im Grunde wie Der Pate" - denn der Sarkar empfängt in seinem Hause Menschen die ihn um Gerechtigkeit" bitten. Die ganze Zeit über sind bereits die dunklen Farben vorhanden.
Die Welt des Sarkars wird dadurch rasch vor Augen geführt - man versteht schnell wie dieser Mann tickt - man kann ihn vielleicht leiden, aber man sieht sofort seine Gangsterwelt vor Augen. Bei Der Pate" hingegen ist dieses Bild immer verwischt, weil Copalla nicht auf dunkle Farben setzt - im Gegenteil: Dadurch das er Szenen zeigt wie die Hochzeit und die Weihnachtseinkäufe, zeigt er auch die andere Seite der Mafia-Familie. Varma versucht zwar ein wenig ebenso die Familie hervorzuheben - dennoch gelingen diese Szenen nicht - sie täuschen einfach nicht über das Gangsterleben hinweg - anders als in Der Pate".
Varma hat zwar auch bei Company" schon auf dunkle Szenen gesetzt - dennoch hat er es dort geschafft, dass man, trotz des überdeutlich sichtbaren Gangsterlebens, eine Beziehung zu den Figuren entwickeln kann.
Während Copallas Der Pate" sich erst später eindringlich um moralische Fragen kümmert - genau wie auch Company" stehen sie bei Sarkar" sofort im Vordergrund. Denn der Sarkar hat einen guten Gerechtigkeitssinn - auch wenn er ein Mafiaboss ist - somit ähnelt er in vieler Hinsicht Don Corleone - der einzige wahre Unterschied ist nur, dass für Don Corleone das Geschäft viel wichtiger war.
Varma zeigte anders als in Company" dieses mal überhaupt nicht die Geschäfte der Mafia - aber das kann ich verzeihen. Enttäuscht war ich nur das es nicht zu einem Mafia-Krieg kommt. Denn ich liebe die Mafia-Krieg-Szenen in Der Pate" und Company".
Varma zieht viele Paralellen zu Der Pate" - nicht nur in der Story. Denn die Charaktere ähneln alle den Figuren aus Der Pate". Abhishek als Shankar ist anfangs genauso wenig in die Mafia verwickelt wie Michael Corleone. Auch die beiden Unterführer des Sarkars ähneln Tessio und Clemenza. Und auch der Rauschgifthändler erinnert mich sehr an Solozzo. Aber alle indischen Schauspieler, so brilliant sie auch sein mögen, kommen nicht an ihre amerikanischen Vorbilder heran.
Großartig finde ich jedoch von Varma, dass er diesmal nicht nur Politiker und die Polizei als Bösewichte hinstellt - wie es in Company" schon z.T. der Fall war - sondern jetzt auch einen Hohenpriester aufs Korn nimmt. Am Ende ist der Drahtzieher der Bösewichte dann auch noch der Regierungspräsident.
Varma schafft es meiner Ansicht nach aber einfach nicht seinen Bösewichten große Substanz zu geben. Sie kommen nicht an seine Figuren aus Company" heran.
Varma setzt in seinem Film viel auf Dunkelheit und Moral, die Mischung funktioniert gut - zieht sich aber auch hin. Denn Abwechslung gibt es nicht - weder Songs (die aber auch nicht in diesen Film reinpassen würden), noch Action - die wenige Action passt sich gut der Dunkelheit an - aber sorgt nicht wirklich für Spannung. Während ich Company" verschlungen habe, habe ich bei Sarkar" auch schon mal 'nen Durchhänger in der Aufmerksamkeit gehabt.
Es kommt bei Sarkar" wie bei Der Pate". Am Ende zieht sich Subash zurück und überlässt Shankar den Platz des Sarkars. Es beginnt im Grunde wieder der Anfang des Films - eine Frau erzählt und bittet den Sarkar um Hilfe.
Die Kamera läuft zu Abhishek - und dann fällt das eine Wort: Sarkar
Das Bild wird schwarz.
Ram Gopal Varma hat mit Sarkar" eine großartige indische Variante von Der Pate" gedreht. Aber sie kommt um Meilen nicht an Der Pate" heran. Und auch nicht an Company".
Dennoch ist Sarkar" ein absolut zu empfehlender Film. Großartige Bilder und Schauspiel.
Zwar nicht Ram Gopal Varmas bester Film - aber zweifellos schreit die Handlung von Sarkar" nach einer Fortsetzung, die auch schon in Arbeit ist.
Der indische Pate Sarkar" ist geboren - und ich ziehe ihn mit Sicherheit einem weiteren Krrish" oder Dhoom" vor.
Ich gebe dem Film 8 von 10 Punkten.
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