2 Kommentare: Spannend gemachte Action mit glaubhafter Story Der Film schildert einigermaßen glaubhaft das Leben und die Karriere von Evel Knievel. Aus einfachen Verhältnissen kommend, baut sich Motorrad-Macho Evel ein glamouröses, aber auf Sand gebautes Leben auf. Mit Alkohol säuft er sich den Mut für seine halsbrecherischen Sprünge an. Zweifelhafter Ruhm und flüchtiger Sex werden zur Triebfeder seines Handelns. Nicht nur sein Leben, sondern auch seine Ehe und Familie setzt er mehr als einmal aufs Spiel, um sein narzisstisches Ego zu befriedigen. Der Film schildert, wie Evel so langsam zum Sklaven seines eigenen Ruhmes wird. Er nimmt den Mund manches Mal zu voll und sein Stolz bringt ihn dazu ein ums andere Mal alles, aber auch alles aufs Spiel zu setzen. Eine Umkehr vor dem fast programmiert erscheinenden Selbstmord wird ihm an verschiedenen Stellen unmöglich, um sein Gesicht nicht zu verlieren.
Bis zur Mitte des Films stieg in mir der Verdacht, der Film sei allzu sehr von amerikanischem Pathos durchwoben. Es ist das Muster der klassischen Tellerwäscher-Story, des Selfmademannes, der sich nicht unterkriegen lässt, sich selbst immer treu bleibt, immer wieder aufsteht, stramm zu seiner Nation steht und der die Sternenbannerflagge zu allem Überfluss sogar noch zu seiner Arbeitskluft macht.
Der Film wäre dann auch wohl allzu kitschig und geradezu unerträglich patriotisch geworden, wenn er nicht gleichzeitig auch einige der Brüche und Widersprüche in der Biographie dieses Mannes gezeigt hätte. Diese werden aber leider aus der schlichten und doch etwas zu platten Logik des Protagonisten heraus (v)erklärt. So ist seine eigene Betrachtung des Lebens am Ende des Films ist stark von egoistischen Motiven geprägt, etwa indem er rückblickend den Wert seiner Ehe am Vergleich mit der Vielzahl außerehelicher Affären misst. Die vielen Knochenbrüche und Niederschläge werden zu Trophäen seines Lebens umgedeutet.
Abgesehen von dem für meinen Geschmack etwas zu dick aufgetragenen Nationalpathos ist dem Regisseur ein unterhaltsamer und actionreicher Film gelungen, der in jedem Fall mit etwas kritischer Distanz auch zum Nachdenken anregt. Die Ausstattung des Films mit englisch/deutscher Tonspur und Untertiteln in beiden Sprachen ist ordentlich. Ich empfehle den O-Ton!
"Gott schütze Amerika!" Die schönste und treffendste Charakterisierung kommt von dem Manager eines Spielzeugkonzerns: "Die Männer bewundern ihn. Die Frauen wollen mit ihm schlafen. Und die Kinder wollen so sein wie er." Evel Knievel, Nationalheld und unerschrockener Stuntman, quasi ein Captain America zum Anfassen, besaß ein enormes Marktpotenzial. Das erkannten auch die Herren der Ideal Toy Company, die 1970 die erste Actionfigur des irren Motorradfreaks produzierten. Evels einzige Bedingung: Die Puppe sollte unzerstörbar sein - so wie er. Mit 35 Knochenbrüchen listet ihn das "Guinness Buch der Rekorde". Mit seiner Triumph sprang er über 13 Busse, über 50 Autos, über Wildkatzen und Klapperschlangen. Dass er erst 2007 ins Gras biss, grenzt an ein Wunder. So versuchte der blondgelockte Tausendsassa 1974, in einer selbstgebastelten Rakete über den Snake River Canyon zu schießen. Er landete unsanft - und fluchte über die Reporter. "Mein Leben wird vielleicht kurz, aber auf keinen Fall langweilig sein", prophezeit er als junger Mann im Film. Dieser Typ war tatsächlich unkaputtbar. 1980 beendete Evel Knievel offiziell seine Karriere, fuhr aber weiter privat Motocross. Erst im Dezember 2007 starb er - ganz unsportlich - an einem Lungenleiden.
Das Biopic kommt als flotter Bilderbogen daher. "CSI"-Star George Eads begeistert mit Witz, hemdsärmeligem Charme und ansehnlichem körperlichen Einsatz. Dass Robert Craig Knievel, wie der strahlende Held mit bürgerlichem Namen hieß, in späten Jahren zu tief in die Flasche guckte und seine unerschütterlich treue Gattin immer wieder mit Groupies betrog, verschweigt der Film zwar nicht, hakt das aber als Kavaliersdelikt ab. Dafür gibt es temporeich inszenierte Action und zwischendurch Originalaufnahmen der sensationellen Stuntshows, z.B. der legendäre Sprung über die Fontänen des Caesars Palace in Las Vegas. Der ging leider kräftig in die Hose. 29 Tage lag Knievel im Koma. Egal. Nach kurzer Genesungszeit legte er sein Fantasiekostüm wieder an und machte einfach weiter.
2 Kommentare: Tarantinos CSI-Folge Quentin Tarantino hat sich als bekennender CSI-Fan höchst persönlich ein Geschenk gemacht. Er schrieb und inszenierte das Finale der 5. Staffel von CSI Las Vegas. Damit wird die extrem erfolgreiche Fernsehserie nicht nur geadelt, sondern sie erreicht auch einen Höhepunkt, der spannender kaum sein könnte...
Der CSI-Ermittler Nick Stokes (George Eads) wird zu einem wenig attraktiven Einsatz gerufen. Er soll vermeintliche Leichenteile auf einem Parkplatz einsammeln. Doch was anfänglich wie ein stupider CSI-Job aussieht, entpuppt sich schnell als hinterhältige Falle. Nick wird überwältigt, betäubt und findet sich wenig später in einem Plexiglassarg wieder lebendig begraben!
Während das CSI-Team noch dabei ist, Nicks Verschwinden zu rekonstruieren, meldet sich der Entführer und fordert 1 Million Dollar. Natürlich will die Stadt Las Vegas nicht zahlen und Nick geht langsam die Luft aus.
Mehr will ich beim besten Willen nicht verraten. Denn die Wendungen und Spitzfindigkeiten, die Quentin Tarantino in dem scheinbar einfachen Plot einbaut, machen gerade die Spannung dieser Doppelfolge aus. Inspiriert durch den Fernsehfilm "The Longest Night" (1972) diktiert Tarantino hier die Zuschauer durch 90 Minuten Hoffen und Bangen. Dabei nimmt er sich genüsslich die Zeit für seine übliche - und von den Fans geliebte - Detailversessenheit. So auch, wenn er CSI-Trainee Greg (Eric Szmanda) mit einem verschrobenen Labor-Kollegen ein altes Dukes of Hazzard-Brettspiel spielen lässt, oder Gil Grissom (William Peterson) voller Stolz seine Beteiligungs-Urkunde an Roy Roger Pferd Trigger präsentiert.
Quentin Tarantino hat es geschafft, der Folge seinen eigenen Stempel aufzudrücken, ohne dabei das Serienkorsett zu verlassen. Eine Gradwanderung, die er von der ersten bis zur letzten Minute beherrscht. Die Fans werden ihn deshalb lieben und sich noch mehr CSI-Folgen aus Tarantinos Mikrokosmos wünschen. Bei einer solchen Qualität von Fernsehunterhaltung, die wohl gemerkt nichts für zartbesaitete Gemüter ist, hätte ich da nichts gegen einzuwenden. Ganz im Gegenteil, nachdem ich das Glück hatte, die Folge in der Kinopräsentation von VOX zu sehen, will ich noch mehr CSI-Geschichten im Kino sehen!
In den USA haben sich 30 Millionen Zuschauer die Doppelepisode "Grave Danger" angesehen. Erwähnenswert sind auch die kleinen Cameo-Auftritte, die bei vielen Kinofans lustige Rätselrunden auslösen dürften. Neben Tony Curtis bekommt man u.a. eine ehemalige James Bond-Gespielin und einen Prügelkumpel von Bruce Lee präsentiert.
Hut ab !! Quentin Tarantino schreibt eine Story zur CSI - Las Vegas Serie und darf diese auch noch inszenieren: Hätte ich nie gedacht, ist aber geschehen. Tarantino hält sich im Wesentlichen an das Serienkorsett, lässt aber jede Menge an eigenen Ideen einfließen, die doch sehr an frühere Arbeiten erinnern. Dazu ist das von ihm entwickelte Thema sehr beänstigend umgesetzt und von allen Beteiligten ausgezeichnet gespielt, vor allem von George Eads (Nick Stokes), dem ich eine solch intensive Darstellung niemals zugetraut hätte. Große Klasse !! Bin mal gespannt, wie die Ausstrahlung dieser Doppelfolge in der deutschen Synchronfassung Mitte Juni 2006 auf VOX 'rüberkommt. Im Vergleich und so, wie die vorherigen Staffeln bei mir angekommen sind, aller Voraussicht nach ein zusätzliches Plus. Mal sehen.