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Miss Pettigrews großer Tag
mit Amy Adams, Frances McDormand, Ciarán Hinds, Regie: Bharat Nalluri
DVD bei Amazon: EUR 14,99 EUR 9,99
(7 gebraucht ab EUR 3,71)
Erscheinungsdatum: Februar 2009
Amazon.de-Verkaufsrang 4152
Durchschnittliche Bewertung: 4.5 von 5 Punkten
5 Kommentare:
Flotte Sache, aber Schwächen in Timing, Charakteren und Story
Der Film ist eine Verfilmung des gleichnamigen Romans der eher unbekannten britischen Autorin Winifred Watson, der 1938 erschienen ist. Es geht um die ältere Gouvernante Miss Pettigrew, die in ihrem Job nicht die beste ist, deswegen ihre Stellen immer wieder verliert und von Armut bedroht ist. Sie erschwindelt sich in einer Agentur Zugang zu einer Stelle bei der mondänen Miss LaFosse, einer glamourösen, jungen, blonden, lebhaften Jazz-Sängerin, die in einem schicken Apartment lebt und den Lebensstil der jungen wohlhabenden Londoner der Swinging Thirties pflegt. Aktuell pflegt sie intensivere Beziehungen zu drei Männern: einer kommt ein bisschen dumb daher, produziert aber Musicals und sie will eine Hauptrolle in seiner neuen Produktion; einer ist ein sehr souveräner, etwas schmieriger Nachtclubbesitzer, dem sie aber wie das Kaninchen der Schlange verfallen ist; der letzte ist ein Jazzpianist, versponnener Künstler, aber auch eine ehrliche Haut, der einzige, der sie heiraten will. Als Miss Pettigrew zum Vorstellungsgespräch erscheint gerät sie unverhofft in ein Ränke- und Verwirrspiel rund um die junge Miss LaFoss und deren Schwierigkeiten, sich zwischen den drei Männern zu entscheiden. Dabei werden ihre Träume offenbar, ihre Ängste, ihre Hoffnungen, ihre Vergangenheit. Die ungeküsste, unscheinbare, äußerlich etwas verlotterte Miss Pettigrew wird in eine Welt geschmissen voller Glamour, Licht, Musik, Aufregung, Abenteuer. Schicke starke Männer, schöne elegante Frauen - und alle verhalten sich in einer Art, die sie als züchtige Tochter eines Hilfspfarrers und vorherige Gouvernante in steifen englischen Haushalten nicht begreifen kann. Aber sie ist fasziniert. Mit Wort- und Mutterwitz findet sie ihre Rolle und wird schließlich von allen irgendwie gemocht - sogar von den Männern....

Der Film hat eine seine guten Seiten. Die Swinging-Thirties-Welt ist hinsichtlich der Kostüme, der Kulissen, der Atmosphäre und last but not least einer tollen Musik aus Jazz und Swing sehr gut dargestellt. Diese durch und durch swingende Grundatmosphäre ist sehr schön anzustehen und trägt den Film. Das Tempo ist hoch und manche Dialoge punktuell sehr witzig. Das war's aber. Trotzdem hat mich der Film - von einigen besonderen Szenen abgesehen - im ganzen etwas gelangweilt. Warum?:
* Die Charaktere entwickeln für mich zu wenig Eigenart oder sie wird zu wenig ausgearbeitet. Die Begeisterung von Miss Pettigrew an dieser Welt und ihre doch immer wiederkehrende Unsicherheit, ihr Zweifel sind z.B. nicht ausgewogen. Die drei Männer bekommen eine ansatzweise eine Tiefe verliehen, die der locker-luft-leichten Grundatmosphäre des Film widerspricht, und dann auch nicht ausgebaut, sondern einfach wieder verlassen wird.
* Das Tempo ist teilweise zu hoch. Es swingt nicht mehr, es hetzt. Der Wechsel zu den langsameren, bedächtigeren Szenen wirkt dann auch zu abrupt und ist nicht harmonisch.
* Das Schauspielerensemble ist in seinen Leistungen nicht ausgewogen. Neben Schwergewicht Frances McDormand kann der Rest nicht recht bestehen. Amy Adams hat noch eine etwa gleichwertige Präsenz, ist mir aber zu verhuscht, der Rest bleibt etwas blass. Fast meint man, dass auch McDormand das merkt und sich im Laufe des Films merklich und dem Film nicht gut tuend zurücknimmt.
* Die Story schlägt zuviele Haken. Speziell der Einbau der Vorgeschichte von Miss Pettigrew mit Miss LaFosse Freudin Edythe, die Verbändelung von Edythe mit Joe und die Vorzeichen des drohenden Krieges sind des Guten zuviel und der Film verliert seinen Fokus. Zulange wird die Perspektive von Miss Pettigrew immer wieder verlassen.

Aus Neugier habe ich nach (!) dem Film das Buch gelesen, das um ganze Längen besser ist. Es wird deutlich, dass Fehler des Films nicht in Umsetzung, sondern in eigenmächtiger Veränderungen, Hinzufügungen, Auslassungen besteht. So wird Miss Pettigrews Begeisterung für die für sie neue Welt im Buch viel deutlicher; während sie im Buch Anfang Vierzig ist, sieht sie im Film eher nach Mitte Fünfzig aus; man verschweigt, wie sie zu ihrem souveränden, die anderen Mädels so beeindruckenden Auftreten kommmt, nämlich indem sie frühere Dienstherren imitiert; die Männer haben z.T. ganz andere Charaktere, vor allem der, der Miss LaFosse heiraten will ist im Buch auch Gentleman und wohlhabend (und das Gesamtgefüge wirkt so viel harmonischer und nicht so überfrachtet); die Figur der Delythe ist sympathischer und das Gefüge zwischen den drei Frauen so in sich stimmiger; das Tempo ist im ganzen flott, aber nicht so hektisch; Anspielungen auf den Krieg gibt es gar nicht; der Hintegrund des Mannes der finalen 'Verführung' der Miss Pettigrew ist anders und seine Geschichte mit ihr erfolgt linearer. Man hätte daraus einen wunderbareren Film machen können, freilich eleganter, distinguierter, flott auf einem geringeren Grundniveau, eher im Stil der klassichen Screwballkomödien der fünziger und sechziger (aber auch noch im Tempo der romantischen Komödien der achtziger und neunziger). Man meinte aber wohl Verwicklungen und demonstrativere Charaktere im Stil von ARD/Degeto-Produktionen einbauen zu müssen. Schade.

Für mich im ganzen ein Film mit tollen Ansätzen, schönen Einzelszenen, guter Grundatmosphäre, aber eben auch deutlichen Problemen in Storyline, Tempo und schauspielerischen Leistungen.


Tolle Verfilmung!
Vor ein paar Tagen habe ich das Buch von Winifred Watson gelesen und war sehr begeistert.
Der Film hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, besonders die Besetzung der Figuren durch Lee Pace und Frances McDormand, aber auch Amy Adams als Miss LaFosse hat mich total überzeugt.
Da die Handlung leicht abgewandelt ist, bin ich froh, zuerst das Buch gelesen zu haben. Andersrum wäre ich wohl irritierter gewesen, besonders was Ediths Rolle betrifft. Eigentlich schade, dass sie im Film so eine Ziege ist. Gerade die Szenen im Buch, in denen sie und Dylisia Miss Pettigrew umgestylt haben, hätte ich mir lustig vorgestellt. Es sollte dem Film wohl das gewisse Etwas geben und ist im Ganzen betrachtet auch ok. Ein bißchen gefehlt haben mir Miss Pettigrews Gedankengänge. Der Film hätte noch witziger sein können, wenn sie vielleicht teilweise als Erzählerin hätte auftreten dürfen.
Aber egal, war trotzdem schön. Ich habe beim Schauen die ganze Zeit gelächelt, die Musik passt toll und die Stimmung der Zeit kommt richtig gut rüber.
Ein Film, den ich sicher öfter gucken werde. :-)

Einfach nur zauberhaft
Angenehm nostalgisch, mit feinem Humor erzählt und mit wundervollen Kulissen und Kostümen ausgestattet, bietet dieser Film eine geradezu zauberhafte Unterhaltung. Die Handlung spielt sich mehr oder weniger innerhalb nur eines Tages ab, wie es der Filmtitel dezent und gleichzeitig sehr charmant andeutet. Aber was für aufregende und bedeutsame Stunden für die Hauptakteure dieser Komödie! Die Welt steht kurz vor dem zweiten Weltkrieg, doch noch lebt der Glamour mit seinen funkelnden und verführerischen Farben und zieht Männer, wie Frauen magisch an. Eigentlich sehr von dieser Glitzerwelt steht Miss Pettigrew, die streng moralische Gouvernante, die durch das eigenwillige Ausleben ihrer Prinzipien jeden Job verliert und nun sogar fürchten muss, auf der Straße zu landen. Doch durch einen Zufall landet sie ausgerechnet bei der eher flatterhaften, aber hinreißenden Delysia LaFosse, die sie verzweifelt um Hilfe anfleht. Ein hungriger Magen und ein gewisses Ehrgefühl veranlassen Miss Pettigrew, die flehentlichen Bitten zu erhören. Dabei wächst sie bei ihrer Aufgabe, wieder Ordnung in das Leben des Filmsternchens zu bringen über sich selbst hinaus.

Obwohl die direkte und strenge Art von Miss Pettigrew bei den bisherigen Arbeitgebern eher als störend bis empörend empfunden wurde, kommt sie bei Miss LaFosse und ihren Bekannten verblüffend wirkungsvoll an. Das Leben der naiven Blondine Delysia mit den schauspielerischen Ambitionen ist ein einziges Chaos und das ist kein Wunder. Das Spiel mit drei Männern gleichzeitig, ist auch für eine junge Frau mit Energie auf Dauer zu aufreibend. Miss LaFosse muss sich bald entscheiden, wen sie halten will und Weichen für ihre Zukunft stellen. Da ist einmal der junge Theaterproduzent, der ihr vielleicht die Rolle ihres Lebens verschaffen könnte, wenn er nur die Augen von dem Ausschnitt ihrer größten Konkurrentin abwenden würde. Dann ist da noch der Nachtclubbesitzer (sehr gut gespielt von Mark Strong), in dessen Wohnung sie wohnt und der ihr finanzielle Sicherheit bieten könnte. Und natürlich ist da auch noch der Mann, der sie wirklich von Herzen liebt, aber weder Einfluss noch Geldmittel besitzt. Was soll Delysia nur tun? Um die Entscheidung aufzuschieben, nimmt sie ihre neue Freundin Miss Pettigrew auf einen Ausflug in ihr bewegtes Leben mit und unterzieht die bieder gekleidete Dame einer Totalerneuerung. Wider Erwarten findet die strenge Pfarrerstochter Gefallen an dem glamourösen Ausflug, auch wenn ihr Magen trotz aller Bemühungen ihrerseits immer noch leer bleibt und nur die Gurkenscheiben bei der Gesichtsmaske als Nahrung herhalten müssen. Auf einer Modenschau begegnet sie dem aufmerksamen Designer Joe (Ciaran Hinds Oscar und Lucinda), der aufregende Dessous für die Damenwelt entwirft. Auch Joes Freundin Edythe (Shirley Henderson), die einen Modesalon unterhält und gerade wegen eines unmoralischen Verdachts ihre Verlo-bung lösen musste, bemerkt das Interesse ihres ehemaligen Bräutigams. Jetzt soll Miss Pettigrew nicht nur das Liebesleben von Delysia in Ordnung bringen, auch Edythe beauftragt sie, das Verhältnis der ehemals Verlobten zu kitten. Es kommt zu weiteren Turbulenzen, doch die ehemalige Gouvernante bleibt zuversichtlich, denn schließlich ist das Leben viel zu kurz, um Chancen zu vergeuden.

Gut aufgelegte Schauspieler veredeln die einzelnen Szenen, die viel Situationskomik enthalten. Außerdem wurden die Darsteller sehr gut ausgewählt und füllen die jeweilige Rolle ganz überzeugend aus. Mit ihrem hübschen Puppengesicht und den großen, runden, blauen Augen gewinnt Amy Adams ("Julie & Julia") nicht nur die Gunst von Miss Pettigrew. Man merkt der Schauspielerin an, dass sie sich in ihrer Rolle pudelwohl fühlt. Die Verwandlung von Miss Pettigrew ist auch sehr charmant und wirkt sehr natürlich, weil Frances McDormand ihrer Rolle viel Würde verleiht. Obwohl der Film relativ kurz ist, gelingt es ihr, der Figur sehr viel Tiefe zu verleihen. Das führt dazu, dass man die Hauptfigur sehr schnell ins Herz schließt und sie gerne bei ihren abenteuerlichen Stunden begleitet. Das gleiche trifft auf Ciaran Hinds zu, der eigentlich nur eine Nebenrolle hat und dessen Figur leicht der Lächerlichkeit hätte zum Opfer fallen können. Doch Hinds schafft es, dem gehörnten Modeschöpfer eine Ernsthaftigkeit zu geben, wodurch sein Part fast anrührend wirkt. Man kann wirklich sagen, dass bei diesem Film kein Darsteller deplaziert wirkt. Bis in die kleinste Rolle ist die Besetzung perfekt und wird mit stilvollen Kulissen gezielt in Szene gesetzt.

Ein kleiner, feiner Film bei dem wirklich alles stimmt und sehr viel Freude beim Zuschauer weckt!


spritzig, witzig, englisch
Ein amüsanter Film über den einen alles verändernden Tag im Leben der Governante Miss Pettigrew - in dem sie von einem Höhepunkte zum nächsten schlittert. Immer nur die beste Absichten hat und absolut liebenswert ist - ich kann mich meine Vorschreiberinnen nur anschließen - ein hinreissender Film.

Wahre Schönheit kommt von innen
Meiomei, ist diese Miss Pettigrew eine sauertöpfische Schreckschraube - auf den ersten Blick!
Es ist die Zeit kurz vor dem Ausbruch des 2. Weltkrieges und Miss Guinevere Pettigrew (Frances Mc Dormand) hat nicht zum ersten Mal ihre Anstellung als Gouvernante verloren. Angeblich waren ihr die Sitten in der Familie nicht schicklich genug, immerhin ist sie eine Pfarrerstochter, wenn auch keine taufrische mehr. Tatsache aber ist, dass selbst die Arbeitsvermittlung bei der eigenwilligen Miss Pettigrew nicht mehr weiter weiß, und so endet sie auf der Bahnhofsbank und in der Suppenküche für Obdachlose. In ihrer Not erschwindelt sie sich eine Anstellung als Privatsekretärin bei dem quirligen aber arg naiven Bühnenstarlet Delysia Lafosse (Amy Adams) und landet zu ihrer Bestürzung in der reinsten Lasterhöhle, denn Delysia hat just in dem Moment wo Miss Pettigrew vor ihrer Tür steht schwerwiegende Probleme mit ihren diversen Liebhabern.
Da aber erweist sich die resolute Pfarrerstochter als wahrer Segen, und binnen 24 Stunden bringt sie gleich mehrere entgleiste Leben wieder in Ordnung. Nur mit ihrem eigenen hapert es noch etwas, denn Miss Pettigrew ist nun mal Miss Pettigrew, bodenständig und rechtschaffen und in Wahrheit wunderschön!

DER Geheimtip!
Groovy Swing-Musik (Miss Pettigrews Grosser Tag (O), pfiffige und rasante Dialoge, eine amüsante und warmherzige Geschichte, herzerfrischende Charakterzeichnungen, bestens aufgelegte Top-Darsteller - Ciarán Hinds als Dessous-Designer Bloomfield als extra Schmankerl - und erfreulich detailgetreue Ausstattung der Kulissen (tolle Luxuswohnung, Nachtclub, Autos) und Kostüme.

Miss Pettrigrews Wahnsinns-Tag ist eine märchenhafte Screwball Komödie von Bharat Nalluri mit umwerfend viel Charme, Liebe und Esprit - und (schlagt mich nicht) einer satten Portion vom Stile des guten alten Billy Wilder.
Ein Tag den man sich anschauen sollte.

DVD:
Laufzeit: 88 Minuten, Bildformat:2,35:1 (anamorph), Tonsystem:Dolby Digital, Sprachen:Deutsch (5.1), Englisch (5.1) Ein Genuss im OTon!, Untertitel: Englisch,
Extras, Achtung, wirklich sehenswert:
Zusätzliche und entfallene Szenen; Featurettes: "A Long Way To Hollywood", "Making An Unforgettable Day"; Interviews mit den Darstellern; Audiokommentar von Regisseur Bharat Nalluri; B-Roll


© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Chattahoochee
mit Dennis Hopper, Gary Oldman, Frances McDormand, Regie: Mick Jackson
DVD bei Amazon: EUR 12,99 EUR 10,98
(2 gebraucht ab EUR 5,42)
Erscheinungsdatum: November 2008
Durchschnittliche Bewertung: 5.0 von 5 Punkten
3 Kommentare:
da fragt man sich wer wirklich die verrückten sind
Mit Chattahoochee ist Mick Jackson ein erschütternd guter Film gelungen, bei dem am Ende nur Fassungslosigkeit beim Zuschauer zurück bleibt.
Zu Anfang des Films erfahren wir, dass der Protagonist Emmet Foley Soldat im Korea-Krieg war. Offensichtlich hat er Probleme sich in der Gesellschaft wieder zurecht zu finden. Er scheint innerlich tot und einziges Ziel für ihn ist es sich umbringen zu lassen, damit seine Frau das Geld von der Lebensversicherung bekommt. Er leidet an einem Kriegstrauma, aber will es werder sich selbst noch anderen eingestehen. Er veruscht durch anscheinend palnloses umher schießen in der Nachbarschaft die Polizei dauzu zu bringen ihn zu töten. Doch eigentlich ist dieses Verhalten ein Hilfeschrei und ein Zeichen dafür, dass er seelisch am Ende ist, aber das erkennt keiner.
Um die Probleme von Kriegsveteranen geht es zwar bei diesem Film nicht vordergründig, doch trotzdem wird kurz aber anschaulich gezeigt, was der Krieg an seelischem Schaden anrichten kann. Auch im Verlauf des Films wird durch Erzählungen Emmets angedeutet, dass der Krieg aus ihm einen gebrochenen Mann gemacht hat, z.B wenn er Walker (zu dem komme ich gleich noch mal) vom Sex mit seiner Frau erzählt.
Und so wie Emmet geht es vielen Krigsveteranen, auch aus anderen Kriegen wie dem Vietnam-Krieg, um eines der bekanntesten Beispiele zu nennen.
Nachdem seine Versuche sich erschießen zu lassen und sich selbst zu erschießen missglückt sind wird Emmet in eine Anstalt für Geisteskranke gebracht, aber auch da wird ihm nicht geholfen. Anstatt den Patienten zu helfen werden sie behandelt wie Vieh und sind der Willkür der Wärter ausgeliefert. Eindrucksvoll, aber zugleich erschreckend realistisch werden dem Zuschauer die Zustände in solchen Anstalten zu der Zeit um 1955 vor Augen geführt. Es ist kaum zu glauben wie Menschen mit Menschen umgehen und man fragt sich ob nicht die Wärter und "Doktoren" eingesperrt werden sollten, so wie sie mit menschlichem Leben umgehen. Zu keiner Zeit wirkt das Gezeigte überzogen oder unrealistisch, was vor allem an der lobenswerten schauspielerischen Leistung aller liegt.
Aber der Film beschränkt sich nicht nur darauf auf diese Zustände aufmerksam zu machen, sondern legt sein Augenmerk besonders auf die Entwicklung Emmets. Als er in Chattahoochee ankommt ist Emmet gebrochen und rennt vor sich selbst davon. Doch im laufe des Films ändert sich seine Einstellung. Zuerst dringt Walker, ein anderer Insasse, zu ihm durch und es entwickelt sich eine Freunschaft. Ihm gegenüber öffnet sich Emmet und redet sich seinen Frust von der Seele, auch wenn Walker nicht immer der beste Zuhörer ist.Dann, angetrieben durch die ständigen Drangsalierungen der Wärter findet Emmmet eine neue Aufgabe im Leben und somit auch neuen lebensmut, in dem er es sich zum Ziel macht auf diese menschenunwürdigen Verhältnisse aufmerksam zu machen.Immer wieder gibt es auch Anspielungen auf Gott und während seine Eltern für ihn beten, aber bis auf seine Schwester, nicht selbst zur Tat schreiten, entscheidet sich Emmet nicht länger darauf zu warten das Gott ihm hilft, sondern beginnt selbst zu handeln.
Alles in allem ist der Film fesselnd und lässt einen leicht verstörten Zuschauer zurück, der sich fragt wer wirklich die Verrückten sind.


keiner wirklich keiner is besser
...jetzt mal im ernst...ausser lost in space und das fünfte element, die herr oldman eher für seine brieftasche als für seine ansprüche gedreht hat ist er in ?jedem viel die absolute übermacht...auch in diesem streifen der mit guten darstellern einer wahren storyx und einer guten atmo aufwartet, spielt er selbst größen wie dennis hopper locker an die wand...einfach unglaublcih...zeiht ihn euch rein..mööp

EXCELLENT GARY OLDMAN !!!!!
I love this film, Gary Oldman is the better actor of worlwide.. because he is unique "chameleon". I'm very in love Gary Oldman, this film is a true story, Gary is remarkable, he has a lot expressions, emotions.
I recommende you this film. What's more the musique of film is very amazing !

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Laurel Canyon
mit Frances McDormand, Christian Bale, Kate Beckinsale, Regie: Lisa Cholodenko
DVD bei Amazon: EUR 13,99 EUR 9,99
(10 gebraucht ab EUR 2,93)
Erscheinungsdatum: Juni 2004
Durchschnittliche Bewertung: 3.5 von 5 Punkten
5 Kommentare:
Nicht der Grand Caynon und auch nicht Grandios...
Ein irgendwie unbefriedigender Film...da für mich ein bisschen zu konstruiert und platt!
Kate Beckinsale war ein wenig zu "süß" ( Ich habe ihr die Gradwanderung nicht ganz abnehmen können ) und Frances McDormand ein wenig zu "Stoned" :-) ( Man sah die verbraucht und fertig aus )
Einziger Lichtblick: Die wunderhübsche und talentierte Natascha McElhone! :-)
Lebenskino? Ja! Aber glaubwürdig? Nur zum Teil...

Und die "3er"Szene war nicht mal besonders erotisch :-/


Sehr schön
Schöner kleiner, sehenswerter Film, der zwar zu Beginn etwas Zeit braucht um in die Gänge zu kommen, aber die passenden Unterhaltung für einen ruhigen, warmen Sonntagabend bietet. - Habe mir den Film wegen Kate Beckinsale zugelegt, doch er ist sicherlich auch für andere Filmfreunde sehenswert.

Schön anzusehen reicht nicht
Eine wirklich beeindruckende Besetzung: Francis McDormand, Kate Beckinsale, Christiane Bale und Natascha McElhone, die man leider viel zu selten auf der Leinwand beziehungsweise dem heimischen Fernseher sieht. Und die Geschichte ist auch interessant: Leicht angespießter Arzt (Bale) muss mit seiner Freundin (Beckinsale) ins Haus seiner wilden Mutter einziehen (McDormand). Für reichlich Konfliktpotential ist gesorgt und die Darsteller sind alle von einer Attraktivität, der man sich kaum entziehen kann oder will. Aber: Leider machen Drehbuchautor und Regisseur nichts aus dieser Steilvorlage. Die Szenen wirken artifiziell, Veränderungen der Charaktere werden weniger vorbereitet, sondern eher als überraschende Enthüllungen gezündet. Und schnell verlieren so auch die Darsteller ihre Anziehungskraft - aus der im wahrsten Wortsinne zarten Kate Beckinsale wird ein neurotisches Nymphchen, das man sich in einem "Bilitis"-Weichzeichnerfilm vorstellen könnte. Christian Bale darf einen einzelnen Gesichtsausdruck in zehn verschiedenen, dadurch aber auch nicht aufregenderen Nuancen präsentieren. Selbst die wunderbare Francis McDermid nervt, weil ihre Figur einfach die ganze Zeit so unangepasst anders zu sein hat. Und am Ende der Geschichte ist dann natürlich alles irgendwie wunderbar aufgelöst. AUA! Gesamturteil: Die Darsteller sind schön anzusehen, der Film leider nicht. Zwei Gnadensterne gibt es zum einen für die interessante Gesangsstimme und den formschönen Hintern von Alessandro Nivola, zum anderen für einen unfreiwilligen Gag: Natascha McElhone wird mit einem grauenhaft starken französischen Akzent synchronisiert (den die Schauspielerin im Original nicht ganz so extrem hat). In einer Szene bekommt sie ein Kompliment für eben diese "charmante Aussprache" - worauf herauskommt, dass sie eigentlich eine Israelin spielt...

Schwache Leistung
Die Idee, die Lisa Cholodenko in ihrem zweiten Film umzusetzen versucht, hat durchaus seinen Reiz, doch leider ist der Versuch einer Annäherung ganz unterschiedlicher Lebensentwürfe dilettantisch gescheitert. Weder die schauspielerischen Leistungen noch die Rollen der einzelnen Akteure können überzeugen. Irgendwie pass nichts wirklich zusammen. Wir sehen ein junges Akademikerpaar, Sam (CHRISTIAN BALE) und seine Verlobte Alex (KATE BECKINSALE), die der alkoholabhängigen aber erfolgreichen Mutter (FRANCES McDORMAND) von Sam eine Besuch abstatten. Die hochbegabte und strebsame Alex hat nichts besseres zu tun, als ihre Dissertationsarbeit völlig zu vergessen und sich stattdessen auf feuchtfröhligen Pool-Party vollaufen zu lassen. Um den Blödzinn noch zu Toppen, spielt sie sexuelle Spielchen mit der Mutter von Sam und ihrem jugendlichen Musiker-Freund. Natürlich findet Sam das zum Kotzen und mimt den wilden Rächer, obwohl er auch selber auf sexuellen Abwägen wandelt. Nichts löst sich oder klärt sich zum Ende des Films auf. Lisa Cholodenko hat einfach in der Mitte des Film aufgehört zu drehen.

Solider Streifen mit super Besetzung
Den Namen Lisa Cholodenko sollte man sich wirklich merken. Die Drehbuchautorin und Regisseurin hat mit Laurel Canyon ihren zweiten Film vorgelegt, und das Ergebnis kann sich, ähnlich wie beim ersten Streifen "High Art", wirklich sehen lassen. Neben einer guten Story bietet der Film jede Menge hervorragender Schauspieler, eine gelungene Entwicklung der Charaktere und eine kreative Erzählweise. Wer das Hollywood Popkorn Kino sucht wird hier nicht auf seine Kosten kommen, aber wer einen guten Independent Film sehen will, darf hier getrost zuschlagen.

Zum Film:
Zwei Welten prallen aufeinander als der junge Psychiater und Harvard Absolvent Sam (gespielt durch Christian Bale, "American Psycho") mit seiner zugeknöpften Freundin Alex (Kate Beckinsale, "Pearl Harbour", "Serendipidy", "Underworld") nach Hause kommt. Dort trifft er unerwarteter weise auf seine Althippie-Mutter Jane, die von Oskar Preisträgerin Frances McDormand ("Fargo", "Almost Famous", "City by the Sea") verkörpert wird. Diese arbeitet als Produzentin mit einer jungen Rockband und führt ein unbeschwertes Leben weit entfernt von spiessigen, amerikanischen Gesellschaftsvorstellungen. Der Sohn kommt mit dem Lebensstil der Mutter nicht klar. Seine Freundin Alex allerdings verändert sich durch den Aufenthalt im Hause und öffnet sich dem Lebensstil der Mutter. Der Konflikt ist unausweichlich.

Beurteilung:
Wirklich gut an diesem Film hat mir gefallen, dass die Regisseurin den doch sehr unterschiedlichen Charakteren und ihren Gesellschaftsvorstellungen genug Zeit gibt, sich zu entwickeln. Dies geschieht vor allem in diversen Dialogen miteinander, aber auch bildlich, durch viele kleine Details. Der wachsende Beziehungskonflikt, der sich öffnenden Alex und ihrem Freund Sam wird dadurch verstärkt, dass Sam auf eine attraktive Kollegin trifft, die ihn ebenfalls anzieht. Die Story wird durch viele kleine Elemente untermalt, was den Film zu einem bildlichen Genuss macht.
Neben der Story und der Umsetzung sind aber auch die Schauspieler Christian Bale, Kate Beckinsale und Frances McDormand zu erwähnen, die hier absolute Charakterrollen abliefern. Von McDormand und Bale war dies auch zu erwarten, von Beckinsale war ich wirklich überrascht, denn nach Van Helsing und Underworld war dies nicht zu erwarten. Laurel Canyon ist daher ihre bisher beste Rolle!

Zur DVD:
Hier muss ich wirklich einmal ein Kompliment an die Produzenten der DVD machen. Die DVD bietet alles was man will: ein gutes Bild, einen guten Sound in Deutsch und im englisch Originalton beide in Dolby Digital 5.1, interaktive Untertitel in Deutsch und Englisch sowie einen Regiekommentar. Einige weitere Extras runden die DVD ab. Vor allem im englischen Original kann ich den Film empfehlen, denn dieser lebt von den Dialogen der Protagonisten. Darüber hinaus stimmt auch noch der Preis!

Fazit:
Ein handwerklich sehr gut gemachter Streifen mit guter Story und topp Schauspielern machen den Film zu einem Genuss für Filmgeniesser. Daher kann ich den Film (v.a. im englischen Original) und die DVD uneingeschränkt empfehlen! Viel Spass!

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Madeline
mit Frances McDormand, Nigel Hawthorne, Hatty Jones, Regie: Daisy von Scherler Mayer
DVD bei Amazon: EUR 9,99 EUR 10,99
(3 gebraucht ab EUR 3,49)
Erscheinungsdatum: Oktober 1999
Durchschnittliche Bewertung: 5.0 von 5 Punkten
Mit ihren elf Freundinnen lebt die abenteurlustige kleine Madeline Hatty Jones in einem alten Internat. Als dieses verkauft werden soll, schmiedet Madeline einen Rettungsplan, der einige Turbulenzen und Gefahren mit sich bringt.
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2 Kommentare:
Schöner Kinderfilm mit klassischem Touch und viel Charme
Ich habe diesen Film nur auf Englisch gesehen, ihn aber sofort geliebt. Die "Abenteuer" von Madeline in Paris sind gleichzeitig witzig und herzzerreissend. Für Kinder ist dieser Film sicherlich sehr gut geeignet und auch jeder Erwachsene, der in seiner Kindheit die muffigen alten Bilderbücher mochte, wird ihn lieben. Ich empfehle jedoch vorallem diesen Film auf Englisch anzuschauen, da die verschiedenen Akzente der kleinen Mädchen dabei wirklich komisch und einfach nur niedlich sind.

Wunderschöner Kinderfilm in Coens Stil
Der Film ist eine Überaschung.
Schöne Bilder.
Gut erzählt. Gute Schauspieler.

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Blood Simple (Director's Cut)
mit John Getz, Frances McDormand, Dan Hedaya, Regie: Joel Coen
DVD bei Amazon: EUR 9,99 EUR 11,99
(1 gebraucht ab EUR 8,00)
Erscheinungsdatum: Oktober 2008
Amazon.de-Verkaufsrang 6084
Durchschnittliche Bewertung: 4.0 von 5 Punkten
Blood Simple DV
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5 Kommentare:
Spannung pur
Den Coen Brüdern geht es nur um die Erzeugung von Spannung. Und das können sie weißgott! Die Dialoge sind super-cool und oft genau so langsam und emotionslos wie die Kameraeinstellung. Bisweilen streifen sie sarkastische Abgründe. Die Optik hilft ebenfalls mit als Suspense-Vehikel: viel dunkel, nicht immer klar erkennbar, wer da gleich agieren wird. Und dann noch die wendungsreiche Handlung. Alle Akteure werden schuldig, manche kommen um und erwachen wieder zu altem Leben - wenn auch nur vorübergehend im Traum oder als Überraschungsgag. Das ist heute weniger eindrucksvoll als noch vor zehn Jahren. Blut gibts natürlich auch genug. Und der hängende, drohende, zuckende Wassertropfen als letzte Einstellung steht symbolisch für das Ganze. Und darum ging es den Coens. Blood simple könnte auch bedeuten: Ganz einfach oder Nur Blut halt. Gut gemachte, spannende neunzig Minuten.

hatte mir mehr von dem film versprochen
film kann man sich ansehen, aber ein ausleihen hätte auch gereicht - kein muss für einen sammler.
nicht sonderlich brutal oder blutig, keine besonderen effekte oder schauspielerischen leistungen. zeitweise ziemlich träge.

Das Regiedebüt der Coen Brüder
Tief im Herzen von Texas. Abby (Frances McDormand) die Frau eines Barbesitzers namens Julian Marty (Dan Hedaya), beginnt ein verhältnis mit dessen angestellten Ray (John Getz).
Als Abbys Ehemann dies herausfindet beauftragt er einen Dedektiv (M. Emmet Walsh) der die beiden ermorden soll. Doch der schmierige Dedektiv spielt ein falsches spiel. Er kassiert das Geld tötet die verliebten Abby und Ray aber nicht. Stattdessen jagt er seinem Auftraggeber eine Kugel in die Brust. In dem glauben Julian Marty getötet zu haben verschwindet er.
Ray der die vermeintliche Leiche entdeckt glaubt das es Abby gewesen ist da Julian die beiden bedrohte.
Um sie zu schützen versucht er den Leblosen Körper zu entsorgen doch das entpuppt sich als schwieriges Unterfangen und der Dedektiv taucht auch wieder auf...

Die Brüder Joel und Ethan Coen legten mit ihrem fulminanten Regiedebüt einen wahren Klassiker des Film Noir hin.
Meiner Meinung nach ist Blood Simple einer der besten Werke der Coens.
In ihrer Filmografie befinden sich wahre Meisterwerke wie "Miller Crossing", "Barton Fink", "Fargo", "The Big Lebowski" oder "No Country For Old Man".
Ich finde es toll das sich die Coens weit weg von Hollywood bewegen. Sie sind schräge Geschichenerzälher weit weg vom Mainstream. Ihre Filme sind nicht geprägt von Tempo oder Action. Weshalb sie zwiespältig gesehen werden. Die einen sagen sie sind langweiler die anderen schätzen ihren schrägen sinn für Humor in absolut grotesken Situationen.

Ich kann Blood Simple nur empfehlen das einzige was mich stört ist die Altersfreigabe die ist völlig überzogen eine Freigabe ab 16 wäre sinnvoller.

Die Coens, als sie noch völlig unbekannt waren....
Vorläufiger Höhepunkt im nunmehr fast 25 jährigen Filmschaffen der Coen Brothers ist der mehrfache Oscar-Triumph 2008 für die Killersaga "No Country for old men". Die Filmographie ist vollgespickt von neuen Klassikers wie "Fargo", "Big Lebowksi", "Millers Crossing" oder "Barton Fink".
Alles fing 1984 mit dem Erstlingswerk, eine Art Neo Noir Movie "Blood Simple" an. Diese Hommage an den Film Noir, angereichert mit der Optik der B-Pictures wird aus einer eher ungewöhnlichen Perspektive erzählt: Während üblicherweise der Zuschauer die Lösung eines Rätsels/Mordes verfolgt, ist er hier ständig den Filmfiguren voraus.
Abby (Frances McDormand), die frustrierte junge Frau des psychopathischen Barbesitzers Julian (Dan Hedaya) beginnt ein Verhältnis mit dessen jungem Barkeeper Ray (John Getz). Der eifersüchtige Julian hat natürlich schon längst einen abgehalfterten Privatschnüffler Loren Visser (M.Emmet Walsh) engagiert, der eindeutige Beweisfotos vom Fremdgehen schiesst.
Julians Hass auf beide nimmt immer drastischere Formen an, er heuert Visser noch einmal an, diesmal als Killer...
Szenenhöhepunkte des Films ist eine Begräbnisszene der etwas anderen Art und der Showdown des Killers.
Zweifelsohne ist schon damals das grosse Können der Coens sichtbar, trotzdem leidet "Blood Simple" vielleicht unter dieser B-Picture Optik, die vermutlich auch daran lag, dass für die unbekannten Filmemacher damals am Anfang ihres Schaffens das Budget klein sein musste.
Die Folgefilme sind alle optisch stilvoller inszeniert. Mit Story und einem Mix an skurrilen Filmfiguren machen die Brüder dies aber wett. Der Film erhielt den grossen Preis beim Sundance Film Festival 1985.


Tolle Sache!
Bis auf einen kleinen Schreibfehler im Plot auf der Hülle gibts an dieser DVD nix auszusetzen.
Wer den Film, oder zumindest die Coens, kennt und mag, der wird um dieses Werk nicht herumkommen. Gehört auf jeden Fall in die Sammlung. Preis - Leistung passt hier optimal. Ich denke zur Story braucht man nicht viele Worte verlieren: Wer spannende Filme mit unerwarteten Wendungen liebt, und sich gerne Abseits des Hollywood-Mainstream bewegt, der ist hier richtig.
Kaufen!

© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Burn After Reading (Einzel-DVD)
mit George Clooney, Frances McDormand, Brad Pitt, Regie: Ethan Coen, Joel Coen
DVD bei Amazon: EUR 14,99 EUR 9,99
(31 gebraucht ab EUR 3,45)
Erscheinungsdatum: März 2009
Amazon.de-Verkaufsrang 1298
Durchschnittliche Bewertung: 3.0 von 5 Punkten
5 Kommentare:
Die CIA weiss alles ...
das ist wirklich kein Slapstick-Filmchen. Aber wem The Big Lebowski gefallen hat, bevor er Kult wurde, der wird an diesem Film wahrscheinlich ebenfalls einigen Gefallen finden.

Genial gespielte trocken-ironische Komödie
Nachdem ich mir die Rezensionen durchgelesen habe, dachte ich zunächst das ist ein Film für Coen-Fans. Er soll ja zu langatmig sein, wenig lustige Szenen beinhalten und obendrein sollen die Schauspieler nur eine durchschnittleiche Leistung abgeben. Nach dem Amazon-Angebot habe ich mir den Film dann doch bestellt...

Zur Story möchte ich jetzt nichts viel schreiben - es wurde ja schon alles ausführlich wiedergegeben. Nur so viel: Es geht um Menschen, die mit ihrem Leben nicht zufrieden sind und mehr erreichen möchten aber auf grandiose Weise daran scheitern. Die Charaktere beeinflussen sich dabei gegenseitig und stolpern nichtsahnend dem (recht ironischen) Höhepunkt entgegen. Die CIA ist auch mit im Spiel, hat aber wie alle Beteiligten wenig Ahnung vom Geschehen. Das ist der eigentliche Kern des Films: Jeder glaubt seinem Ziel näherzukommen, bezahlt einen hohen Preis dafür und hinterher kann Niemand genau sagen was eigentlich passiert ist. Der Film nimmt sich Zeit, dem Zuschauer die einzelnen Beteiligten näherzubringen ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Gegen Ende wird es recht dramatisch und das Geschehen wird aus der Sicht der CIA auf den (humorvollen Höhe-) Punkt gebracht.

Der Humor ist recht trocken und ironisch, daher sollte man keine "running gags" erwarten, und auch keine aufgesetzen lustigen Szenen. Der Film lebt eher von Situationskomik und dem naiven, nicht gerade weitsichtigen Verhalten der beteiligten Personen. Wer darüber lachen kann, der kann hier eigentlich nichts falsch machen. Ich würde den Humor am ehesten mit "Dänische Delikatessen", "Flickering Lights" oder "Adams Äpfel" vergleichen. Ganz so blutig wird es aber nicht :-)

Zur schaulspielerischen Leistung kann ich nur sagen: Genial! Absolut jeder Schauspieler, ob prominent oder nicht, überzeugt hier mit einer realistischen Darstellung des jeweiligen Filmcharakters. Keine Rolle hat aufgesetzt gewirkt, stattdessen hatte ich das Gefühl, dass die Schauspieler voll in ihrer Rolle aufgehen.

Die Bild- und Tonqualität ist absolut in ordnung. Keine Referenz aber sehr gut.


Fazit: sehr gelungene, genial besetzte, trocken-ironische Komödie!



An axe-ceptable film from the Coen Brothers
In the Coen tradition we get our share of blood and guts in the story of semper fidelis.

A level three analyst in the CIA, Osbourne Cox (John Malkovich) is banished to a lesser position, presumably due to excessive envibing. As with the movie "Hopscotch" with Walter Matthau, Osbourne decides to write his memoirs. Now what do you suppose would happen if the memoir mysteriously gets in the possession of some aging female that is determined to get comedic surgery and is desperate for money and love. This leads to a chain-reaction of fidelity and infidelity.

When the day is done does the CIA know what they started and learn from whatever it is they did?

The film has a good collection of popular actors. Tilda Swinton as Katie Cox gets to replay her role as the Snow Queen.

Teknolust~ Tilda Swinton

Hopscotch ~ Walter Matthau[UK Import]

dont burn after watching
Der CIA-Apparat als Hort inkompetenter Idioten, die aber qua Amt über Leben und Tod entscheiden können, herzzereißend dümmliche Angestellte der Fitnessindustrie mit dem Wunsch nach schönheitschirurgischer Generalüberholung, überall Ehebruch und Internet-Sexdating - das alles kann man wohl als zynische Sicht auf die Gegenwart im Allgemeinen und auf die Bush-Jahre (in deren Auslaufen der Film entstand) im Besonderen ansehen. Das Ganze ist nun nicht in der simplen Art eines Hollywood-Blockbusters erzählt oder so, wie es der schwachsinnige deutsche Untertitel suggeriert (und was bei der Hälfte der Rezensenten hier zu langen Gesichtern geführt hat: "Ich will mein Geld zurück"), sondern, wie soll man das sagen, eben als typischer Coen-Film. Alle Schauspieler (bis hin zu "Hammer" David Rasche als CIA-Vorgesetzer von "Ozzy" Cox) laufen in der Darstellung ihrer Typen zu Bestform auf, die einzelnen Situationen, Dialoge und Räume sind zum Schreien komisch - aber nur, wenn man sich den Film im englischen O-Ton ansieht.

Was war das denn?
Habe mir den Film gekauft (Gott sei Dank war er runtergesetzt), nachdem ich einige Male gehört habe, das der Film ganz toll sein soll. Leider muss ich sagen, dass ich mich zusätzlich habe von der "Star-Riege" ködern lassen. Bei einem John Malkovich zumindest kann man ja nicht so viel falsch machen....nun ja....

Die Schauspielerleistungen sind sehr gut, allen voran eben John Malkovich, dem solche Rollen einfach auf den Leib geschneidert sind. Aber auch Clooney und Pitt machen ihre Sache gut, obwohl ich besonders Pitt nicht zu den Besten Schauspielern auf Mutter Erde zähle. Alle anderen fallen auch durchweg Positiv auf, tja, wäre der Film doch nur so, wie die Schauspieler.....
Nun ja...JA es gibt durchaus auch einige amüsante Momente, doch die kommen einfach zu selten, stattdessen hat man bereits nach 15 Minuten (wenn nicht sogar weniger!) das Gefühl, der Film wolle kein Ende nehmen. Es passiert einfach nichts, es gibt keinen wirklich Höhepunkt, natürlich muss ein Film keine Action etc. haben um gut zu sein, aber leider haben es die Macher komplett in die Tonne gehauen, den eigentlich interessanten Stoff zu einen ebenso interessanten Film zu machen.

Wenn man eine Schulnote vergeben müsste, würde ich es als gerade noch ausreichend bezeichnen, aber das ist in Sachen Film eine Katastrophe!
Jetzt hoffe ich nur, das ich den Film irgendwie wieder los werde, denn ansehen, werde ich ihn mir mit Sicherheit nie wieder!!!

© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Fargo
mit Frances McDormand, Steve Buscemi, William H. Macy, Regie: Joel Coen
DVD bei Amazon: EUR 9,90 Kein Preis angegeben
(6 gebraucht ab EUR 18,98)
Erscheinungsdatum: Mai 2006
Durchschnittliche Bewertung: 4.0 von 5 Punkten
FARGO
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5 Kommentare:
Pseudo-intellektueller Schwachsinn...
...um nicht zu sagen, gequirlter Scheibenhonig! Jede Minute, ach, was rede ich, jede Sekunde des Anschauens dieses Films ist absolute Zeitverschwendung! Aber eine Million (oder war's 'ne Milliarde?) Fliegen können ja nicht irren, nicht wahr... Die Welt ist eben verrückt.

Dialoge, so anspruchslos wie ein Ziegelstein! Jessas, der Film ist Schrott
Servus,

wenn ich bei irgendeinem Film der letzten Jahre allergische Reaktionen bemerke, dann ist es Fargo (neben "O Brother where art thou", einem ähnlich minderbemittelten Werk)
Diese Allergie äußert sich darin, dass ich Kopfschmerzen wegen geistiger Unterforderung bekomme.

Jede einzelne Szene zieht sich in die Länge, jedes Gespräch bewegt sich hauptsächlich im arikulierten Horizont von "Ja" und "Jessas".

Fargo baut immer wieder ein bisschen Interesse auf, ein klitzekleines Stück DANN, wenn man denkt, es würde endlich was passieren....... sieht der Zuschauer doch nur wieder Wortkarge Menschen und bewegungslose Kamerapositionen.

Dann plötzlich! Ein Ruck geht durch den Raum, jetzt kommt sie endlich, die große konfrontation!... Oh, doch nicht............. "Ja", "Jessas".

Der Film dümpelt vor sich hin, immer wieder von vorne.... Geistigen Reichtum vermisse ich in diesem Film genauso wie menschliche Energie. Die "Liebenswürdigkeit" der schwangeren Polizistin wird sofort durch ihre maßlos trübe Dämlichkeit überlagert. Diese Dämlichkeit umgibt irgendwie jeden Menschen in Fargo, legt sich wie ein großer Film der geistigen Armut über alles. So langsam, zäh, unglaubwürdig und geradezu erbärmlich wiederkäuend langweilig kriecht die Story voran.

Ah jetzt! Der Showdown! ja, jetzt kommt Bewegung rein, viel Bew. ??? Oh , ich hab mich getäuscht.... "Jessas". Schnarch....

Nein, ich bin NICHT mit der Erwartungshaltung an einen schnellen Actionfilm an die Sache rangegangen. Ich betrachte sowas mit größtmöglicher Objektivität, ohne Vorurteile oder ähnlichen, die Meinung verfälschenden Gedanken.

Trotz allem konnte ich selbst mit meinem äußerst großen Interessenspektrum für alle Arten von Filmen keinerlei Gefallen an Fargo finden. Form und Inhalt sind mir bei weitem zu dämlich und zu passiv inszeniert.



Der große Wurf der Coen-Brüder
Diesen Film muss man lieben. Obgleich er als böser Krimi getarnt um die Ecke kommt, besteht sein Personal aus lauter liebenswürdigen (und meist unfreiwilligen) Komödianten. Allen voran die hochschwangere Polizisten Marge, deren Charme man sich einfach nicht entziehen kann. Es ist diese Mischung, die "Fargo" zu einem modernen Klassiker macht: Vordergründig wird eine sehr düstere und blutige Geschichte erzählt, aber die agierenden "Helden" sind derart absurd und grotesk gezeichnet, dass der Zuschauer sich permanent in Sicherheit wägt (was die wenigen aber prägnanten Schockmomente umso wirkungsvoller macht). Ein gelungener Genre-Mix und der wahrscheinlich größte Wurf der Coen-Brüder.

fargo
Man würfele völlig konträre und unpassende Charaktere in eine story nach wahren Begebenheiten, besetze sie mit erstklassigen Schauspielern - fertig ist die perfekte Thriller-Groteske a la Coen-Brothers! Der (entwaffnende) Charme der Geschichte kommt vor allem von der Polzistin Marge, selbst in dem scheinbaren Hinterwäldler-Millieu von Minnesota aufgewachsen. Die Menschen kriegen da kaum das Maul auf, liefern urkomische Minimal-Dialoge, aber Marge und ihre Polizisten-Kollegen, die reden eben nur so unbeholfen-naiv. In Wirklichkeit sind sie hellwache,grundsolide und akribische Ermittler, die ihre Arbeit sehr gut machen, während das hochprofessionelle, aber psychopathische Killer-Pärchen von einem Chaos ins Nächste treibt. Die Coen-Brüder stürzen uns erneut in ein perfides Wechselbad zwischen Grauen, Ekel, Belustigung und Amüsement, daß sich ständig aus den abstrusesten Situationen ergibt. Marge erfreut sich am einfachen, aber glücklichen Eheleben samt zu erwartendem Kind und macht das am Schluß auch dem gefangenen Killer klar, dem sie sinngemäß sagt: "Soviel Tote wegen dem bißchen Geld. Wissen Sie, daß es Wichtigeres gibt als Geld?"
Befremdliche Zutaten zu einem grotesken Thriller-Mix... die einzige wirkliche tieftraurige Szene des Films ist diejenige, als sich der depressive fernöstliche Ex-Kommilitone von Marge sich mit ihr in einem Restaurant trifft und ihr begleitet von einer Lügengeschichte unter Tränen seine Liebe gesteht... eine rätselhafte ambivalente Episode in diesem Film, der uns u.a. einen furiosen William H. Macy am Rande des Nervenzusammenbruchs beschert!

Typisch Coen...
Ein Film, der skuriler nicht sein könnte. Morbid, bizar und zugleich unterhaltsam. Das Meisterwerk der Coen Brüder ist und bleibt einfach "anders" und genau deshalb als Klassiker erhalten. Allein die Tatsache das diese Geschichte,
in der ein Ehemann seine Frau entführen lässt um auf diese weiße Geld von seinem Schwiegervater erpressen zu können,
auf einer wahren Begebenheit beruht, macht den Film um ein weiteres verstöhrender.
Ein absulutes Highlight bilden hier die Darsteller in Verbindung mit ihren Dialogen, die in ihrer Einfachheit gerade zu komisch sind. Allerdings ist der Film in keinster Weiße mit "The Big Lebowski" zu vergleichen. Hierbei handelt es sich in erster Linie nicht um eine Komödie, sondern um einen kriminalistischen Thriller, der auf seine direkte und einfache Art, doch irgendwie unterhaltsam ist. Einfach ein bizarres Meisterwerk.

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City by the Sea
mit Robert De Niro, Frances McDormand, James Franco, Regie: Michael Caton-Jones
DVD bei Amazon: EUR 9,49 EUR 6,97
(14 gebraucht ab EUR 2,25)
Erscheinungsdatum: Mai 2004
Durchschnittliche Bewertung: 4.5 von 5 Punkten
5 Kommentare:
Die Schuld der Väter (leichte Spoiler)
Gibt es das Mörder-Gen? Und wenn ja, überspringt es am Ende eine Generation? Zugegeben, dies sind ziemlich alberne Fragen, aber Detective Vincent LaMarca (Robert De Niro) sind sie ein tief im Fleisch steckender Dorn geworden. Als er acht Jahre alt war, wurde sein Vater wegen Mordes verhaftet und hingerichtet. Der alte LaMarca hatte ein Baby entführt, das er unvorsichtigerweise mit einer Decke auf den Rücksitz seines Wagens legte, wo es erstickte. Der damals mit dem Fall beauftragte Detective nahm Vincent unter seine Fittiche und ebnete ihm später den Weg zu einer Polizeikarriere, und - wie um die Schuld seines Vaters zu sühnen - Vincent investierte all seine Zeit und Energie in seinen Beruf, was ihn zu einem der besten Ermittler New Yorks machte.

Aber auch zu einem einsamen Mann, denn seine Ehe ging über seine Fixiertheit auf seinen Beruf in die Brüche, und schließlich zog er nach New York und ließ seine Frau und seinen Sohn in der sterbenden Stadt Long Beach - auf Long Island - zurück. Während seine Ex-Frau ihn inbrünstig haßt und sein erwachsener Sohn Joey (James Franco) immer mehr in einen Strudel aus Drogensucht und Kleinkriminalität gerät, lebt LaMarca in New York in einem kleinen Apartment und verbringt die Nächte in aller Regel bei seiner Nachbarin Michelle (Frances McDormand), die er allerdings kaum an seinem Leben teilhaben läßt. Eines Tages nun muß Vincent in einem Mord an einem Dealer ermitteln, der allem Anschein nach von seinem Sohn begangen wurde, und da es nun auch noch Spyder, der Hintermann des Toten, (William Forsythe) auf Joey und seine Geliebte Gina (Eliza Dushku) sowie deren kleinen Sohn Angelo abgesehen hat, findet sich Vincent plötzlich mit der Existenz eines Enkels konfrontiert, den man ihm bislang verschwiegen hatte. Zudem scheint es ganz so, als müsse er sich entscheiden zwischen der Option, seine Pflicht zu tun, und der Möglichkeit, seinem Sohn zu helfen.

Dieser kurze Überblick mag genügen um zu zeigen, daß es sich bei "City by the Sea" (2002) von Michael Caton-Jones nicht um einen vordergründigen Thriller, sondern um ein emotionsgeladenes Drama handelt. Knallharte und temporeiche Action findet man hier kaum, aber dafür fiebert man mit dem etwas aus dem Leim geratenen Detective mit dem unsäglichen 80er-Jahre-Haarschnitt mit, der immer mehr den verdrängten Gespenstern seiner Vergangenheit und mit neuer emotionaler Verantwortung ausgeliefert ist. Wie wird sich LaMarca am Ende entscheiden? Wird er für seinen Sohn einstehen und sich um seinen Enkel kümmern, oder versteckt er sich weiterhin hinter seiner Dienstmarke? "City by the Sea" gibt - so viel sei an dieser Stelle immerhin verraten - keine eindeutige, herz-schmerz-trächtige Antwort auf diese Frage.

Als Thriller fällt dieser Film sicherlich in vielen Punkten durch. So ist Spyder in vielen Szenen wirklich ein ziemlich dämlicher Killer, der seinen Opfern immer wieder Möglichkeiten gibt, zu entkommen, und auch er ist mit der schmierigen Patina der achtziger Jahre überzogen und wirkt ungefähr so gefährlich wie ein dicklicher, vierzigjähriger Fußballtrainer der Regionalklasse. Außerdem widmet der Film einen großen Teil seiner ca. 110 Minuten eher dem desolaten Privatleben Vincents als dem Fall selbst.

Als Drama jedoch weiß dieser Film durchaus zu überzeugen. Erst nach und nach schälen sich die Ängste und Minderwertigkeitsgefühle, die Scham und der Grund für Vincents Kontaktscheu aus den Dialogen heraus. Zudem sind die Schauplätze des Filmes von beeindruckender Symbolträchtigkeit. Der Film beginnt mit einer Strandszene im Long Beach der fünfziger Jahre: Überall sind Touristen, es herrscht reges Treiben, und das Ganze wird von entspannter Musik untermalt, und dann sehen wir die Trabantenstadt der Gegenwart. Leere Straßen, leere Häuser, vernagelte Fenster, heruntergekommene Läden und ein schlaksiger, offenbar unter Entzug leidender Joey, der den spärlichen Passanten verzweifelt seine Gitarre andrehen will. Long Beach gestern und heute ist auch Vincent LaMarca vor und nach dem Sündenfall seines Vaters. Das New York, in das Vincent geflohen ist, ist da schon anders. Belebt und beleuchtet sind die Straßen, Menschen allenthalben, er holt seine Freundin vom Kino ab, man flirtet recht witzig und macht sich einen netten Abend. Und doch ist dieses New York eine Stadt der Ein-Personen-Apartments, ein jeder schläft irgendwann allein ein, und Familien sieht man keine. Das ist die Welt Vincent LaMarcas, und alle Bemühungen Michelles, daran etwas zu ändern, scheitern an der künstlichen Blindheit ihres Geliebten. So beschwört dieser Top-Cop Gina, nicht davonzulaufen, keine Drogen zu nehmen, sondern sich um den kleinen Angelo zu kümmern, doch als sie seine Mahnungen in den Wind schlägt, gibt Vincent seinen Enkel an die Fürsorge ab - ein herzzerreißendes Bild, wie der kleine Junge hinten im Auto sitzt und verzweifelt in Tränen ausbricht, als der Wagen ihn aus Vincents Leben fährt.

Aber es gibt auch leisere, versöhnliche Symbole wie etwa die mächtigen Brücken, die immer wieder den Hintergrund - so etwa auch in der Szene, in der die Leiche des Dealers von der Polizei untersucht wird und der ganze Fall seinen Anfang nimmt - überspannen. Und das Ende findet Vince und den kleinen Angelo denn auch just an dem Strand wieder, an dem der Film seinen Anfang genommen hat. Sie beide sind die einzigen dort, sie sind zusammen, und sie warten ...

Wer einem Drama mit Thrillerelementen etwas abgewinnen kann, ist mit "City by the Sea" sicher gut bedient. 4,5 Sterne.


postapokalyptisches Long Beach
Heiliger Moses, ich wusste nicht, wie furchtbar Long Beach heutzutage aussieht. Das ist ja unfassbar - geradezu postapokalyptisch!
Robert de Niro spielt hier einen alternden Polizisten und schlechten Vater eines Crackjunkies. Als sein Sohn des Mordes verdächtig wird, geraten beide in den Strudel von Gefühlen und einer Verkettung schlimmer Ereignisse... De Niro spielt hier eher durchschnittlich aber damit immer noch großartig. Die anderen Darsteller bleiben eher blass. Trotzdem ein recht gut gestrickter Film auf einem beeindruckenden Schauplatz, den zu sehen jetzt aber nicht unbedingt ein einschneidendes Erlebnis meines Lebens war. Insgesamt gute, anspruchsvolle Unterhaltung.

Wer die Vergangenheit nicht hinter sich lassen kann, lebt ein fremdes Leben.
Trägt einer das Mörder-Gen in sich, wenn sein Vater ein Kind getötet hat? Vererbt sich das Verlassenwerden?

Vincent LaMarca ist ein geachteter Polizist. Als er einen Mordfall an einem Drogendealer untersucht, stößt er auf den Verdacht, dass sein Sohn der Täter sein könne. LaMarca hatte seinen Sohn einst verlassen, weil er das Leben mit dessen Mutter nicht aushielt. Er selber empfand die Hinrichtung seines Vaters wegen eines Kindermordes ebenso als Verlassenwerden. In diesem Spannungsfeld ganz unterschiedlicher Verarbeitung schlimmer Kindheitserlebnisse handelt dieses Drama.

Bedrückend und zur Trostlosigkeit zerstörter Leben passend stellt sich eine heruntergekommene ehemalige Traumstadt am Meer vor, in der früher LaMarcas intakte Familie lebte und in der nun sein Sohn drogenabhängig und verlassen dahinvegetiert.

Fazit.
Ein mittelmäßig spannendes Vater-Sohn-Drama, das uns lehrt, dass wir von unserer und der Vergangenheit unserer Vorfahren geprägt werden. Dies sollte uns jedoch nicht davon abhalten, mit diesen Prägungen zu brechen, wenn sie uns an der Entfaltung unseres eigenen Lebens hindern. Ansehenswert.

Die DVD ist in Ordnung. Das Bonusmaterial gibt uns Einblicke in die Entstehung des Films.




Nicht überzeugend
Robert de Niro war mal einer der ganz Großen des amerikanischen Kinos. Aber bei diesem Film kam bei mir zum ersten Mal der Gedanke hoch, dass diese Zeit wohl vorbei ist. Der Film ist einfach nicht gut gemacht. De Niro scheint einen Großteil des Budgets für sich in Anspruch genommen haben, für die übrigen Schauspieler war dann wohl kein Geld mehr da. Der große Drogendealer hat mich stark an Otto, dem nicht ganz so intelligenten Killer aus "Ein Fisch namens Wanda" erinnert. Unfreiwillig komisch, wie er mehrfach seine Opfer bedroht und dann doch noch mal kurz laufen lässt, um seine Forderungen zu erfüllen. Die nutzen die Gelegenheit, machen sich flugs aus dem Staub und er hat das Nachsehen. Dann plötzlich entpuppt er sich als eiskalter Killer. Für mich ist dieser Charakter einfach nicht stimmig. Und andere auch nicht.

Es gibt mehrere Szenen, in denen De Niro seine Freundin von der Arbeit abholt oder im Mietshaus zu ihr die Treppe runtergeht oder wieder hochkommt. Unheimlich spannend. Wurde da eigentlich mehrfach gedreht oder die gleichen Szenen einfach nur wiederholt ? Ich weiß es nicht wirklich.

De Niro ist alt geworden, er bewegt sich schwerfällig. Die 80ziger Jahre Frisur (vorne kurz, hinten lang) macht ihn auch nicht jünger. Und wenn schon, dann bitte mit Goldkettchen.

Die Grundhandlung hat durchaus ihren Reiz. Aber dann muss man es auch richtig machen und nicht auf halber Strecke stehenbleiben.

Schade.


Klasse Film!!
Gute Story, die von fantastischen Darstellern auch umgesetzt wurde! Einfach ein klasse Film, muss man gesehen haben!

© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Almost Famous - Fast berühmt (2 DVDs) (Award Winner Collection)
mit Billy Crudup, Frances McDormand, Kate Hudson, Regie: Cameron Crowe
DVD bei Amazon: EUR 13,99 EUR 16,99
(1 gebraucht ab EUR 9,00)
Erscheinungsdatum: Februar 2008
Sony Pictures Almost Famous - Fast Berühmt - Award Collection, USK/FSK: 12+ VÃ-Datum: 07.02.08
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
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