5 Kommentare: Bitte nicht! Dieser Film ist für meine Empfindung echt langweilig!
Die Untertitel lassen sich nicht wegschalten! Die Qualität der BR ist mager.
Meine BR war schon gebraucht!!!!!
Ich habe sie zurückgeschickt!
Ein Ozean voll von Emotionen, Erfahrungen und Erinnerungen ... ... und Mr. Craig hält erstaunlich gut den Kopf über Wasser - nicht allein aber die Leistung Daniel Craigs, des amtierenden James Bond, sondern ebenfalls die der meisten anderen Darsteller (-innen) tragen zu der insgesamt gelungenen, in sich kontrastreichen, zuweilen originellen, jederzeit sensiblen Drama-Inszenierung von Baillie Walsh (ebenso fürs Drehbuch verantwortlich) bei. Craig's ganz eigenes Charisma, das für meinen Geschmack mit der Verkörperung des Britishen Geheimagenten 007 nur bedingt vereinbar ist, unterstützt in FLASHBACKS OF A FOOL die Glaubwürdigkeit der Darstellung des Protagonisten Joe Scott mühelos von Anfang bis Ende.
Joe Scott, erfolgreicher Hollywood-Schauspieler, steht an einem Wendepunkt im Leben: Nachts lebt er in seinem Anwesen in Malibu seine Sex-Fantasien mit Luxus-Callgirls aus, konsumiert dabei Alkohol, Kokain und andere Drogen - doch bei einem Meeting teilt sein Agent ihm mit, daß er zu alt fürs Geschäft wird, daß niemand mehr 'Bock' auf ihn hätte und daß Joe sich besser nach einem anderen Agenten umsehen solle. Morgens, völlig verkatert, wird er geweckt von den Worten seiner farbigen Haushälterin/Assistentin (?) Eve: "Sie sind eine Schande für alle Weißen!" und nachdem seine Koks-Dealerin ihm weitere Rationen ins Haus geliefert hat, erhält Joe den Anruf, der für die Wende im Film und potentiell auch in seinem Leben sorgt ... seine Mutter teilt ihm mit, daß sein ehemals bester Freund Boots überraschend verstorben sei und daß die Witwe Ruth sich über Joe's Präsenz bei der Beerdigung freuen würde.
Wer bislang noch geglaubt hat, sich einen Film vom Kaliber HURLYBURLY oder TOY BOY anzusehen, erlebt nun eine Überraschung, denn Joe reagiert auf den Anruf, läßt den Hollywood Jet-Set für einige Tage hinter sich und reist zurück in seine Heimat England, in den kleinen Küstenort, in dem er aufwuchs ... und somit in die Vergangenheit, die nun wieder sehr lebendig wird - eine Konfrontation, vor der er sich, wie er später zugibt, gefürchtet hat. Der Zuschauer wird durch die titelgebenden Flashbacks jetzt eingeführt in eine britische Kindheit und Jugend der Früh-/Mitt-70er, die, trotz des provinziellen Charakters, geprägt war von zeitgenössischen Mekmalen damaliger Pop- und Subkultur. Joe und Boots, die als Teenager zusammen in der Geisterbahn arbeiteten, waren beide Fans von David Bowie und Roxy Music sowie desselben Mädchens: Ruth. Joe hatte aber die 'besseren Karten' und an einem Nachmittag bei ihr zu Hause ließ er sich faszinieren, im Gespräch mit ihr über William S. Burrough's Roman "Junkie", von ihrer Analyse des Bowie-Song-Textes "The Jean Genie" und dabei am allermeisten von Ruth selbst. Doch nach dem ersten Kuss zum Abschied kam es am nächsten Tag dennoch nicht zum vereinbahrten Date, wenigstens nicht in gewünschter Form - Grund: Nachbarin Evelyn, die schon zuvor Interesse an Joe bekundete und ihn jetzt verführte. Joe's erste sexuelle Erfahrungen wurden mit Evelyn dann am nächsten Tag gleich intensiviert, doch währenddessen ereignete sich draußen, an der Küste, ein tragisches Unglück mit Folgen für Evelyn's Familienleben ... derer Joe nicht mehr gewahr wurde - dies war der Zeitpunkt, zu dem er seiner Heimat den Rücken kehrte, um auf der anderen Seite des Atlantik seinen Weg zu gehen ... und jetzt ist er zurück. Alles scheint seltsam fremd und dennoch vertraut, die Jahre haben ein 'Loch gerissen', doch Erinnerungen haben überlebt ... und das läßt Joe Ruth wissen: Nachdem er (,wie immer, auch) zur Beerdigung zu spät kommt und ein Treffen mit Ruth allein an Boots's Grab - schon aufgrund des unschönen Anlasses - verhalten, ein wenig distanziert und beidseitig irgendwie hilflos abläuft, läßt Joe (mittlerweile wieder auf dem Rückflug in die USA) ihr eine kurze Nachricht zukommen ... eine, die es für Ruth 'in sich hat' ...
Es klingt abgedroschen, doch es ist in diesem Fall ganz einfach die Wahrheit: FLASHBACKS OF A FOOL ist "Großes Gefühlskino"! Keine Panik, hier geht's nicht um die provozierte Tränendrüse und hier trieft rein gar nichts, dafür sorgen allein schon die z.T. unglaublichen Sprüche, die einigen Figuren via Drehbuch in den Mund gelegt wurden. Gefühle werden in diesem Film niemals künstlich, sondern natürlich, realistisch und nachvollziehbar aufgebaut - eine eher seltene Qualität, wie ich finde. Und wenn sie sich (in den diesbezüglich vielleicht zwei intensivsten Momenten des Films) entladen, dann geschieht dies visuell, ohne einen hörbaren Laut, durch Gestik inszeniert, nur von Musik untermalt und dabei mit jeder erdenklichen Aussagekraft. Den Kontrast dazu stellt das Intro dar: Zu einem kühl und steril erstellten Sound-Ambiente benehmen sich, mit Ausnahme von Eve, eigentlich alle affektiert, degeneriert und scheinen dabei an ihrer 'Normalität' gar keinen Zweifel zu haben. Doch beide Welten, die degenerierte 'High Society' von L.A., wie die eher hinterwäldlerische Mentalität der englischen Küsten-Kommunität, werden unterschwellig von Anfang an (bereits während der Opening Credits) von einem Element mit einander verbunden, einem Naturelement ... dem Wasser. Ob Atlantik oder Pazifik, Ozean oder See, ob es anspühlt oder wegträgt, ob die Wellenbewegungen meditativ-beruhigend oder aufbrausend vital, sogar bedrohlich wirken, ob man friedlich darin angelt oder im wahrsten Sinne des Wortes eintaucht ... das Wasser ist ein, den anderen gleichgestellter, immer wieder präsenter Hauptdarsteller. Daher fällt das Ende einmal mehr kontrastreich aus, macht aber Sinn: Der Blick auf L.A., den Großstadt-Moloch, der zweifellos gleichermaßen viele Möglichkeiten zur Entfaltung, wie auch zur Ablenkung bietet, in dessen Größe und Fülle eine isolierte Seele allerdings auch das Gefühl haben könnte, gnadenlos 'unterzugehen'. Der Zuschauer wird mit der Option zur eigenen Interpretation aus dem Film entlassen, die Flashbacks sind nun vorrüber - haben sie Joe Scott, in Verbindung mit seinem England Aufenthalt, zu einer inneren Einkehr und daraus resultierender Änderung verholfen oder hat lediglich sein altes Leben Joe nun wieder zurück? Man ist geneigt, sich seine Meinung zu bilden (hier impliziert ein Song-Refrain erfolgreich einen nächsten Schritt), der Film offeriert dennoch keine sichtbare Lösung, am Ende unterläßt er, was er den gesamten Verlauf über konsequent aufrecht erhält: Sichtbar machen. Es wird niemals angeklagt oder Stellung bezogen, der Zuschauer fühlt sich den ganzen Film über in keine bestimmte Richtung hin manipuliert (die Anfangsszenen vielleicht ausgenommen), es werden ein Verlauf und eine Verkettung von Ereignissen, darüber hinaus menschliche Beziehungen zu einander sowie Emotionen einfach nur sichtbar gemacht. Und das gekonnt! Die Darsteller haben eigentlich alle einen guten Job erledigt, dies bis in manche Nebenrollen (wie Eve oder Joe's Agent), besonders hervorzuheben sind allerdings - neben Daniel Craig, versteht sich - Jodhi May als Evelyn, Felicity Jones als junge Ruth, Olivia Williams als Mutter von Joe, sowie Harry Eden, der als junger Joe Scott tatsächlich glaubhaft als eine mögliche, jüngere Variante von Daniel Craig durchgeht - so hat also bereits das Casting-Team auf dem Vorwege ganze Arbeit geleistet.
Die Angaben zur DVD selbst wurden durch amazon (sowie Movieman's Kommentar/Rezension) bereits transparent gemacht, dem ist nichts hinzuzufügen, außer, daß der erwähnte sekundenbruchteillange Bilddefekt bei 14:31 tatsächlich vorhanden ist, als einziger seiner Art aber nicht ins Gewicht fällt und den Gesamteindruck des Films keinesfalls zu beeinträchtigen vermag. Auf Produktionen von Baillie Walsh (ein Name, der mir bislang nichts sagte) werde ich zukünftig ein Auge haben, bis dahin wird dieser Film jedoch sicher noch mehrmals angeschaut werden (was allerdings noch vor Ablauf einer Woche nun schon 3x geschehen ist). Dieses hervorragend inszenierte, zu keiner Zeit in den Kitsch 'abdriftende' Melodram empfehle ich daher auch besten Gewissens jedem anderen Interessierten - (größtenteils) kein spaßiger, dennoch auch kein wirklich düsterer Film, aber einer der in jedem Falle berührt und bewegt und einen dabei packt, wie es nicht viele andere Filme des Genres vermögen ... definitiv ein Tip!!!
-- theSilentNoirFreak
Flashbacks Of A Fool (Blu-ray) Das im Jahr 2008 gedrehte Drama handelt von Joe Scott, einem Schauspieler der schon einige Zeit am absteigenden Ast zu sein scheint. Seine berufliche Erfolglosikgkeit kompensiert er mit jeder Menge Drogen, Alkohol und Frauen. Die Nachricht vom Tod seines einst besten Freundes berührt Joe zutiefst. An dieser Stelle nimmt Regisseur Baillie Walsh den Zuseher mit in Joe's Vergangheit und schildert in einem ausgedehnten Rückblick etliche Jugenderlebnisse. Er erzählt von Joe's erster Liebe, seiner Familie und seiner Beziehung zum Verstorbenen. Obwohl die Schauspieler durchwegs überzeugen und die Geschichte kaum nennenswerte Schwächen hat, konnte mich der Film nicht wirklich in seinen Bann ziehen. Ich hatte immer wieder den Eindruck, daß in der Geschichte der berühmt berüchtigte rote Faden fehlt. Besondere Erwähnung verdient allerdings der tolle Glam-Rock Soundtrack, der einige der stimmungsvollsten Szenen des Films ganz alleine zu tragen vermochte. Die Bildqualität der Blu-ray ist gut und der deutsche Dolby Digital Ton ist als solides Mittelmaß zu bezeichnen.
Film: 6/10 Bild: 8/10 Ton: 7/10
Kein Empfehlung! Das ist der schlechteste Film des letzten Jahres. Völlig langweilig und ohne Spannung.
Wir konnten uns den Film nicht bis zum Ende anschauen und wir hatten und schon extrem gezwungen.
Die Qualität ist der Bluray ist so wie der Inhalt, ein Witz!!
Finger weg!!!
Es dauert... ....bis der Film in einem zu arbeiten beginnt. Ich bin eher zufällig darauf gestoßen und war nach dem ersten Mal eher endtäuscht von der dünnen Verbindung zwischen den beiden Erzählebenen. Die Freundschaft und die junge Liebe, wie schon mein Vorredner geschrieben hat, haben zu wenig Raum in der Vergangenheit um glaubhaft in die Gegenwart des kaputten Joe(Daniel Craig) zu reichen. Und dennoch hinterläßt dieser Film, nicht zuletzt durch Roxy Music "if there is something", den Zuschauer mit einem wunderbaren Playback von Ruth und Joe, sowie einer der stärksten Schlußszenen seit langem. Anschauen und erinnern!
Last Eve, The Preis bei Amazon.de: Keine Angabe Bei Amazon.de 10 gebraucht ab EUR 0,18 The Last Eve ist ein Film, der den Zuschauer auf eine mitreiende und noch nie da gewesene Reise durch die Geschichte fhrt. Beginnend in der Zukunft geht es zurck in die Vergangenheit und wir erleben drei dunkle, erschtternde und zugleich romantische Mrchen voller Kontraste. 1 Kundenberwertung(en): Titel: Sehr eigensinnige Bibel-Verkuddelung - schwere Kost... Es fiel mir schon schwer, die erste Viertelstunde des Films anzusehen - keine Dialoge, stattdessen nerviges Geklingel, unterlegt durch dümmliche Bilder.
Zur Verteidigung des Films: Nach diesem Anfang kann es nur nach oben gehen - und das tut es auch. Nachdem man den anfänglichen Horror überstanden hat, kommt etwas Fahrt in die Story, die sich insgesamt stets an biblischen Geschichten orientiert, welche aber total fern des Originals liegen.
Fazit: Dieser japanische Streifen ist wirklich nur was für harte Gemüter, die leicht masochistisch veranlagt sind!
2 Kommentare: Warum? Warum erscheint diese hervorragende Serie nicht in deutsch synchronisierter Fassung? Staffel 2 wird als erstes auf den Markt geworfen, weder Staffel 1 noch die nachfolgenden erscheinen. Mittlerweile gibt es schon 6 Boxen. Jeder Mist wird synchronisiert, veröffentlicht und zum Verkauf freigegeben.
Bei wirklich guten Serien macht man solchen Quatsch.
Spannend und realistisch - Teil 5 Über die Cold-Case-Unit muss ich nicht mehr viel sagen: einfach sehenswert.
Diesmal werde ich etwas näher auf die sechs Fälle eingehen, die wie gewohnt, spannend und fesselnd zugleich sind.
1. Fall - Towers of silence: - ein toter Inder wird auf der Plattform eines ca. 10 m hohen Metallturmes gefunden, der in einem verlassenen Industriegelände steht
- nach akribischer Recherche findet das Team heraus, dass der Mann in Verbindung mit gefälschten Medikamenten steht
- doch warum wurde er ermordet? - die überraschende Auflösung ist ein Aha-Erlebnis... doch sehen sie selbst
- weiterhin bereichert ein neues Mitglied das Team, Boyd jedoch verhält sich ablehnend
- auch müssen wir uns an eine neue Forensikerin gewöhnen, die Frankie aber in nichts nachsteht
2. Fall - Black Run: - ein Ex-Cop hat seinen ehemaligen Partner erschossen - wie sich herausstellt, ist dies ein alter Fall von Boyd, der acht Jahre zurückliegt
- doch nichts ist wie es auf den ersten Blick scheint - dann wird Boyd auch noch verdächtigt im angetrunkenen Zustand eine junge Mopedfahrerin angefahren und danach Fahrerflucht begangen zu haben - doch er kann sich an nichts erinnern - wieso?
- daraufhin wird er suspendiert und muss die Leitung des Falles an Spence abgeben - der inhaftierte Ex-Cop ist allem Anschein nach unschuldig - sollte Boyd damals ein Fehler unterlaufen sein? - zumal er mit diesem Mann vor vielen Jahren selbst zusammengearbeitet hatte - mittlerweile hat ein gänzlich neues Mitglied das Team verstärkt, nicht das selbe wie im 1. Fall, mit diesem scheint Boyd wesentlich besser zurecht zu kommen
3. Fall - Subterraneaus: - eine mumifizierte männliche Leiche wird in einer ehemaligen Fabrik in einer Art Verlies gefunden
- es handelt sich hierbei um einen reichen indischen Geschäftsmann der vor einem Jahr verschwunden ist
- doch niemand hat damals eine Forderung in Form von Geld o. ä. gestellt
- was verbirgt sich dahinter? - zumal an der selben Stelle noch ein Toter gefunden wird - was verbindet die beiden Morde miteinander? - offensichtlich wurden die Opfer in diesem Verlies eingesperrt - doch von wem und warum?
4. Fall - Straw Dog: - ein alter Fall von 1979 gewinnt wieder an Aktualität, den Grace damals in ihren Anfängen als Polizeipsych. bearbeitete
- plötzlich findet sie in ihrer Handtasche ein Glas mit fünf abgetrennten Fingern
- doch der damals Verurteilte sitzt noch im Gefängnis, er kann es nicht gewesen sein, hatte er vielleicht einen Komplizen?
- unterdessen hat sich Stella, die neue Kollegin, gut ins Team integriert und auch Boyd hat sie akzeptiert, und er muss sich eingestehen, dass er in Stellas Verhalten und Wesen sich selbst erkennt - wie er in jungen Jahren gewesen ist
5. Fall - Undertow: - über den Zeitraum von mehreren Jahren sind einige Frauenmorde geschehen
- diesmal weiß der Zuschauer von Anfang an, wer der Mörder ist
- ein Psychopath mit einer Obsession zu Wasser - doch bist jetzt konnte ihm nichts Konkretes nachgewiesen werden und er treibt offensichtlich ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei - wer wird gewinnen? - auffällig ist, nachdem Boyd sich in der vierten Staffel seinen psych. Problemen stellen musste, dass er in dieser Staffel wesentlich lockerer und freundlicher geworden ist, mehr lacht aber nach wie vor noch sehr temperamentvoll ist
6. Fall - Cold Fusion: - diesmal bekommt es Spencer mit einem alten Fall von 1988 aus seinen Anfangsjahren als Streifenpolizist zu tun - und alles deutet darauf hin, dass jemand von der Cold-Case-Unit ein doppeltes Spiel spielt - nur wer? - was macht diesen Fall so brisant, dass jemand die Beweise dafür manipuliert, ja sogar stiehlt?
- allem Anschein nach ist es Spence - doch ist es wirklich so? - kurz darauf wird auf ein Mitglied ein Anschlag mit einem chemischen Pulver verübt
Alle Fälle sind wiederum 115 Minuten lang, in englischer Sprache sowie mit ein- und ausblendbaren engl. Untertitel. Keine Extras.
Übrigens wird derzeit gerade die siebente Staffel gedreht, wir können uns also auf weitere ungelöste Fälle freuen.
2 Kommentare: Leider nur Durchschnitt Die Serie beschäftigt sich mit der Aufklärung alter, aber ungelöster Kriminalfälle. An sich eine äußerst spannende Idee, die ja inzwischen schon so mancher Fernsehserie als Inspiration gedient hat.
Tatsächlich begnügte man sich leider im Wesentlichen mit dem Kopieren amerikanischer Vorbilder. Der Look ist absolut perfekt - allein die Aussenaufnahmen aus den weniger bekannten Regionen der britischen Metropole treiben einem London-Fan Tränen der Rührung in die Augen. Die Fälle sind in der Regel angenehm komplex.
Aber für meinen Geschmack fehlt dieser Serie einfach die Seele. WER sind denn diese Hauptfiguren, was machen sie im Privatleben? Sämtliche Mitarbeiter scheinen auch nur starr an ihren Schreibtischen zu sitzen und Löcher in die Luft zu starren, bis dann der brillante Chef aus seinem Glaskasten-Büro hervorprescht und genial-inspirierte Kommandos erteilt. Müssen diese Polizisten keine Berichte schreiben, keine Spuren verfolgen, keine Telefonate führen?
Offensichtlich ist diese innsere Leere auch den Machern aufgefallen, deswegen wurde dem Chef noch schnell ein unbewältigter Konflikt bezüglich seines vor Jahren verschwundenen Sohnes angedichtet und ihm eine Psychologin mit orkanfester Frisur zur Seite gestellt, die ab und zu einmal orakeln darf, dass der Herr Chef über seine Probleme reden müsse...
Mich ärgert einfach, dass hier das Potenzial zu einer grossartigen Serie vorhanden ist - leider hat man es nur nicht ausgeschöpft. Man stelle sich vor: die eher auf Stil und Look ausgerichteten amerikanischen Serien bereichert um britischen Esprit und Tiefgang - was hätte aus dieser Serie werden können!
Spannend und realistisch - Teil 1 ...wir gehen durch all die Beweise zurück, durchsuchen jeden Winkel, tauchen in die Vergangenheit ein und finden, was niemals gefunden werden sollte. Dort, ist nichts dergleichen als ein ungelöstes Verbrechen, nicht, wenn wir es richtig machen... Det. Superintendent Peter Boyd/Leiter Cold-Case-Unit.
Mit diesen Worten beginnt eine der spannendsten und ungewöhnlichsten Krimiserien der letzten Jahre.
Boyd ist bei der Londoner Metropolitan Police der unbestrittene Kopf und Leiter einer fünfköpfigen Spezialeinheit - der Cold-Case-Unit, die mit modernsten Ermittlungstechniken sowie forensischen und psychologischen Verfahrensmethoden versucht, Täter noch Jahre nach der eigentlichen Tat zu überführen. Sein Team, welches noch aus zwei weiteren Detectives, einer Psychologin und einer Pathologin besteht, führt er mit souveräner und natürlicher Authorität. Sie bilden zwar eine Art Familie, was aber keinesfalls heißt, dass sie immer einer Meinung sind. Manchmal, wenn es der akt. Fall erfordert, scheut Boyd nicht davor zurück eine durchaus kreative Spannung im Team zu erzeugen, indem er seinen Gefühlen freien Lauf lässt und so auch schon mal riskiert, kurzzeitig als Choleriker dazustehen. Doch hinter diesem zuweilen robusten Auftreten versteckt sich eine große Verletzlichkeit, denn auch nach vielen Berufsjahren geht es ihm nah, was Menschen sich untereinander anzutun bereit sind. Zumal er vor einigen Jahren selbst einen großen persönlichen Verlust erleiden musste, an den er, bedingt durch seine Arbeit, immer wieder erinnert wird.
Einmal mehr haben die Briten eine wirklich überragende Serie abgeliefert, die außerdem noch auf Tatsachen beruht, denn Scotland Yard öffnete extra dafür seine Archive. Die Serie hat es aufgrund ihres großen Erfolges (2004 erhielt sie den `Int. Emmy Award` als beste Krimiserie) bis jetzt auf sechs Staffeln gebracht.
Die Geschichten sind auf ästhetisch höchstem Niveau spannend, authentisch, schnörkellos und großartig in Szene gesetzt. Man bekommt geschliffene Dialoge und hervorragende Verhörszenen vorgesetzt, die keine Wünsche offen lassen und der trockene brit. Humor fehlt natürlich auch nicht. Die Auflösung der Fälle ist jedes Mal ein Aha-Erlebnis. Auf reißerische Effekte (keine Actionszenen, Schießerei oder Verfolgungsjagden) wurde zugunsten einer stets glaubhaft nachvollziehbaren Recherche mit exklusiven Einblicken in die forensische Pathologie, bei der sich der Zuschauer stets als Teammitglied fühlt, verzichtet.
Die Hauptdarsteller sind mit fünf hervorragenden Schauspielern besetzt, allen voran Trevor Eve (Boyd), der in U.K. ein sehr erfolgreicher und bekannter Mime ist. Aus seinem Spiel spricht eine jahrzehntelange Erfahrung (seit 1978), die der studierte Architekt in dieser Serie wunderbar zum Ausdruck bringt.
Wer also Wert auf niveauvolle Unterhaltung legt und der engl. Sprache mächtig ist, dem kann ich diese Serie wärmstens ans Herz legen, weil sie im Original einfach besser ist.
Machen Sie sich auf spannende Krimistunden gefasst....
5 DVDs: Pilotfilm - 100 Min. 1. Fall: Burn out - 115 Min. 2. Fall: The blind beggar - 115 Min. 3. Fall: A simple sacrifice - 115 Min. 4. Fall: Every breath you take - 115 Min.
Bild und Ton sind gut, Untertitel (ein- und ausblendbar) und Sprache englisch, keine Extras. Der Preis ist allerdings bei allen bisher erschienen Staffeln inflationär (zum Vergleich in U.K. kostet eine Staffel umgerechnet ca. 25,- Euro).