Chokher Bali
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Erscheinungsdatum: April 2006
Durchschnittliche Bewertung:

Rapid Eye Movies Chokher Bali - Bollywood, USK/FSK: 12+ VÃ-Datum: 24.04.06
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Indien ohne Bollywood Dies ist die Verfilmung einer gleichnamigen Geschichte von Rabindranath Tagore. Sie ist auch ins Deutsche übersetzt worden unter dem Titel "Sandkörnchen im Auge". Beides, Buch und Film, sind sehr verzwickt und nicht leicht für europäische Seelen nachzuvollziehen. Es geht um sehr typisch indische Probleme des 19. Jahrh. die noch bis heute wirken. Es geht um Witwen, um deren Wiederverheiratung, um all die Komplikationen die in den Köpfen der Menschen in Indien vor sich gehen, wenn eine Witwe sich neu verliebt, vielleicht sogar in einen verheirateten Mann.
Langes, aber starkes Drama um den Fortschritt Rituparno Ghosh war mir ja schon durch seinen Film "Raincoat" bekannt, daher konnte ich mich natürlich wieder auf lange Reden und keine Abwechslung einstellen. Doch Rituparno Ghoshs Filme sind deswegen nicht umzuwerten, im Gegenteil. Der Bengale aus Kalkutta gilt als einer der interessantesten, spannendsten und anspruchsvollsten indischen Filmemacher. Seine Leidenschaft sind eindringliche und strenge Bilder Gefühl serviert er in einer für Bollywood-Fans eher unbekannten Form. Dass sein Stil sich genau wie der von Regisseuren wie Mira Nair, Deepa Mehta, Ram Gopal Varma und Mani Ratnam weit von Bollywood abhebt hat ihn in seiner Heimat nicht unbedingt immer Erfolg gebracht. Oft sind seine Filme im Ausland erfolgreicher, er erhielt bereits Preise in Berlin, Karlsbad und Locarno.
2003 schaffte er mit "Chokher Bali" den internationalen Durchbruch. Dies half dem damals unbekannten Rituparno Ghosh zu viel Aufmerksamkeit, die Kritiker loben seine Filme in höchsten Tönen, und auch beim Publikum fand er hohen Zuspruch. Bollywood-Queem Aishwarya Rai, die zwar zu den beliebtesten, aber oft schauspielerisch kritisierten Stars in Bollywood gehört, konnte sich mit Ghoshs Filmen "Chokher Bali" und "Raincoat" völlig neu zeigen und erntete von der gesamten indischen Filmindustrie dafür großes Lob. Rituparno Ghosh hat völlig neue Seiten an der Miss World zum Klingen gebracht. Dafür lieben ihn die Fans - auch wenn seine Filme keine leicht verdauliche Kost sind.
Story von "Chokher Bali": Bengalen 1902, die angesehenen Brüder Mahendra (Prasenjit Chatterjee) und Behari (Tota Roy Chowdhury) können sich vor Heiratsanträgen kaum retten. Die junge Binodini (Aishwarya Rai) versucht vergebens ihr Glück.
Ein Jahr später ist sie Witwe und Mahendra mit der jungen, naiven Ashlata (Raima Sen) verheiratet. Die Mutter der beiden Brüder trifft bei einem Ausflug Binodini, die beiden freunden sich an. Die Mutter will Binodini zu sich mit in das große Familienanwesen holen. Binodini, die sich mit ihrem Status als Witwe in der indischen Gesellschaft aber nicht abgeben will, willigt ein - eine Entscheidung an der die Familie auf tragischer Weise zerbrechen wird.
Bei Allah, war das ein Film ...
"Raincoat" verdiente schon Applaus, "Chokher Bali" aber noch mehr. Ghosh zeigt opulente Bilder und geht bis ins letzte Detail - da verliert man manchmal sogar den Faden. Rabindranath Tagore, geboren 1861 in Kalkutta, schrieb zwischen 1901 und 1902 den Roman "Chokher Bali". Der Dichter und Philosoph verstand sich immer als Vermittler zwischen der westlichen und indischen Kultur, er war ein glühender Gegner des indischen Kastensystem und seine Werke in bengalischer Sprache machten das Bengalische schließlich zu einem wichtigen Teil der indischen Kultur. 1913 erhielt er den Literaturnobelpreis. 1941 starb er.
Ghosh setzt den Roman grandios um und lässt das Kalkutta von 1900 neu auferstehen. Der Film zeigt eine einengende Gesellschaft, die Menschen sind zwischen Religion, vielfältigen Regeln und Tabus gefangen. Die Witwen sind besonders betroffen. Ihnen ist nur eine Existenz am Rande aller sozialen Kontakte erlaubt. Das Leben der Witwen ist mit dem Tod ihrer Ehemänner praktisch beendet, da sie nicht wieder heiraten dürfen - dies war auch Grund für die Jahrhunderte lange, kaltblütige Tradition der Witwenverbrennung, die erst unter der tyrannischen Herrschaft der Briten beendet wurde.
"Chokher Bali" bricht dieses Tabu, denn Binodini will sich mit ihrem Schicksal nicht abgeben. Sie ist gebildet, selbstbewusst und hat moderne Ansichten. Mahendra verfällt ihr, die beiden beginnen eine Liebschaft. Doch die Sache kann nicht gut gehen - schließlich ist Mahendra der Ehemann ihrer besten Freundin. Binodini will und kann ihr Schicksal als Witwe nicht ertragen, sie bittet Behari sie zu seiner Sklavin zu machen, nur so kann sie ihrem Schicksal entfliehen. Behari weigert sich jedoch - und in ein paar leisen Sätzen, drückt der Film schließlich seine Botschaft aus:
"Sklaverei ist ein verpöntes Wort Binodini, das ganze Land, wir alle sehnen uns nach Freiheit."
"Der Kampf des Landes oder der Kampf des Einzelnen. Das ist nicht das Gleiche!"
Indien will seine Unabhängigkeit, das ganze Land will endlich frei sein. Doch im Innern ist Indien selbst ein Gefängnis, der Hinduismus verbietet die Freiheit, eine Freiheit, die sich so viele aus dem eigenem Volk ersehnen. Gandhi erkannte dies, er versuchte nicht nur die Unabhängigkeit zu erreichen, er wollte auch die Missstände in seinem Land beseitigen - und dafür bezahlte er mit seinem Leben.
"Um unabhängig zu werden - müssen wir beweisen, dass wie es auch verdienen!" (Mahatma Gandhi)
Rituparno Ghosh zeigt hier Kino, das ich wahrlich als Literaturkino bezeichnen würde. Großartige Bilder, grandiose Schauspieler, wunderschöne Musik und eine harte Thematik, die mit viel Gefühl verpackt wurde. Auch wenn Ghoshs Film sehr langatmig ist, er ist ein Meisterwerk, mit ruhiger Stimme zeigt er das Indien um 1900, das auf dem Weg zur Unabhängigkeit war, in sich selbst aber noch immer ein Land der Missstände war. Doch alt ist dieses Thema nicht - denn immer noch sind viele dieser alten, kaltblütigen Denkweisen in den Köpfen von Fundamentalisten und Fanatikern verankert..
Fazit: 7 von 10 Punkten.
Liebesbündnis Der indische Film "Chokher Bali" ist eine Literaturverfilmung und beruht auf den gleichnamigen Roman aus dem Jahre 1902.
Kalkutta, Anfang des 20. Jahrhunderts. Erzählt wird die Geschichte einer jungen Frau, die bereits nach einem Jahr Ehe kinderlos verwitwet ist. Sie sucht Schutz und Geborgenheit bei der wohlhabenden Familie ihrer besten Freundin. Die gebildete, junge Frau wird dort wohlwollend aufgenommen und eröffnet, durch ihre Ansichten und ihre freie Art, der abergläubischen, brahmanischen Familie neue Welten. Aber auch das Laster bahnt sich langsam seinen Weg, denn sie zieht das Interesse des Mannes ihrer besten Freundin auf sich...
Die Figuren aus "Chokher Bali" erinnern an eine griechische Tragödie. Da wären: die autoritäre Mutter, der verwöhnte und gelangweilte Sohn, der konkurrierende und fleißige Freund/Bruder, die naive Ehefrau und die schöne, vom Schicksal geforderte Geliebte. Letztere ist die bemerkenswerte Aishwarya Rai, in der Hauptrolle. Bemerkenswert für uns hier deshalb, weil wir von einer ehemaligen Schönheitskönigin so etwas nicht erwarten. In ihrem weißen Saree, das schon eher nach einem Gewand aussieht, könnte sie ebenso aus der Antike entsprungen sein. So anmutig ist ihr Spiel und so schön wird sie in Szene gesetzt. Sehr erwähnenswert auch Lily Chakravarty, die auf eine eindringliche Art und Weise die herrische, aber nicht herzlose, Mutter darstellt. Der Film lebt von seinen stilvoll inszenierten Bildern und der meisterhaft detaillierten Darstellung der wenigen Schauplätze.
"Chokher Bali" ist für all die geeignet, die sich vor anspruchsvollen, unkonventionellen Filmen nicht scheuen. Ich ziehe allerdings einen Punkt ab für die nicht so einfach zu verstehende Geschichte und für die etwas zu zahlreich geratenen Zwischenkommentare.
Ein wirklich schöner Film ^_^ Als ich den Film das erste Mal im TV gesehn hab, dachte ich mir: hm, auch wenn er kein Tanz und wenig Gesang enthält ist er doch wunderschön ^-^ und wenn man ihn mit 10 Punkten bewerten würde, dann würd ichs machen ^^.
Auf jeden Fall sehr empfehlenswert, dieser Film hat eine "leichte" Ähnlichkeit mit einem schönen Märchen und mir hat er sogut gefallen, dass ich ihn jederzeit wieder anschaun würd
Bollywood mal anders !! Ich habe vor kurzem Chokher Bali gesehen und muss sagen der Film ist nicht schlecht. Es ist kein typischer Bollywoodstreifen mit großen Gesang- und Tanznummern. Es ist ein ruhiger Film , vergleichbar mit Raincoat in dem auch Aishwarja mitgespielt hat. Es ist ein Film über ein ernstes Thema in Indien: das Witwendasein! Aishwarja spielt eine junge Witwe ohne Zukunft und Aussicht auf ein besseres Leben.Sie nimmt das Angebot an bei einer Familie auf deren Landsitz zu kommen und dort zu leben, als Dienstmagd. Sie freundet sich mit der Frau des Hausherren an und beginnt wenig später eine Affäre mit diesem.Daran droht letzten Endes alles zu zerbrechen.
Im großen und Ganzen kein schlechter Film nur hätte ich mir gewünscht das man noch tiefer Einblick erhält in das Leben einer Witwe in Indien bzw Bengalen. Deshalb nur 4 Sterne. Wer aber mal Bollywood anders erleben möchte den kann man diesen Film nur empfehlen.
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