Annie Hall [UK Import]
mit
Woody Allen,
Diane Keaton,
Tony Roberts,
Carol Kane,
Paul Simon, Regie:
Woody AllenDVD bei Amazon: EUR 19,17 EUR 22,99(3 gebraucht ab EUR 5,49)
Erscheinungsdatum: Juli 2000
Durchschnittliche Bewertung:
Der Stadtneurotiker ist eine der wahrhaftigsten bittersüßen Romanzen, die jemals auf Zelluloid lebendig wurden. Woody Allen spielt eine kaum versteckte Version seiner selbst: Alvy Singer ist ein erfolgreicher -- wenn auch neurotischer -- Fernsehkomiker, der in New York lebt. Annie (die durch und durch brillante Diane Keaton) ist aus dem Mittleren Westen nach New York gezogen, beschäftigt sich mit Fotografie und singt in kleinen Clubs. Als beide sich treffen, springt der Funke sofort über -- auch wenn er zunächst unterdrückt wird. Als sie in Annies Apartment zum ersten Mal allein sind, navigieren Alvy und Annie durch das Minenfeld eines "Ist-diese-Person-jemand-mit-dem-ich-eine-Beziehung-anfangen-möchte?"-Gespräch. Während sie reden, blitzen in Untertiteln ihre unausgesprochenen Gedanken auf. Sätze wie "Ich bin nicht klug genug für ihn" und "Ich höre mich völlig bescheuert an." Trotz all ihrer Vorsicht kommen sie doch noch zusammen und wir werden von der Flut ihrer neuen Romanze weggespült.
Allens groteskes Einfühlungsvermögen erscheint in Der Stadtneurotiker in einer Folge von Rückblicken auf Alvys Kindheit, der im wahrsten Sinn des Wortes unter einer ratternden Achterbahn aufgewachsen ist. Sein lautstarker jüdischer Abendessentisch wird in einer Szene zusammen mit dem Feiertagstisch der Halls gezeigt, einer schmallippigen WASP-Familie (weißer angelsächsischer Protestant), an dem Alvy zum ersten Mal sitzt. Seine Position als Außenseiter ist unbestritten. Er schaut den Tisch entlang und ordnet Annies Großmutter als eine "klassische Judenhasserin" ein. Die Beziehung verschlechtert sich in dem Maß, in dem Annies wachsende Sehnsucht nach Unabhängigkeit zunimmt. Es wird schnell klar, dass beide sich auf unterschiedlichen Pfaden bewegen. Das, was sie zunächst beim anderen schön fanden, wird auf einmal unerträglich.
Der Stadtneurotiker enthält Allens zentrale Themen -- seine Liebe zu New York (und sein Hass auf Los Angeles), dass Beziehungen nicht möglich sind und seine Angst vor dem Tod. Aber die Balance zwischen diesen Themen stimmt genau und die Chemie zwischen Allens sich permanent ängstigendem Alvy und Keatons schlaksiger Annie ist eine der besten Darstellungen auf der Leinwand überhaupt. Es könnte nicht hinreißender dargestellt werden. --Susan Benson
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
5 Kommentare:
Wie sinnvoll ist es alles zu intellektualisieren? Der intellektuelle Komiker Alvy ( Woody Allen) lebt in New York. Seine jüdischen Vorfahren wohnen in Brooklyn und führen ein gänzlich anderes Leben als dieser Stadtneurotiker. Während Alvy völlig verkopft ist, lebt seine Familie unverkrampft aus dem Bauch heraus.
Zweimal schon wurde er geschieden, bevor er auf die hübsche Annie( Diane Keaton) trifft. Sie möchte Bar-Sängerin werden . Von Alvy erhält sie eine Menge Zuspruch .
Der Intellektuelle empfiehlt seiner Freundin Weiterbildung, finanziert ihr eine Psychotherapie und diverse Fortbildungskurse. Je mehr sich Annie allerdings zu seiner vermeintlichen Traumfrau entwickelt, desto intensiver werden die Beziehungsprobleme.
Alvy intellektualisiert und analysiert alle Lebensbereiche. Dadurch wird seinem Alltag die Spontanität genommen. Sein Skeptizismus lässt ihn immer genervt erscheinen. Er ist mit der Welt, so wie sie sich ihm darstellt, nicht einverstanden und kritisiert sie pausenlos. Politiker hält er alle für korrupt und sein Umfeld für unbewusst und zu wenig nachdenklich. Alvys großer Guru ist Freud, dessen Name er gerne im Munde führt.
Gerade weil er sich um eine allgemeine Versachlichung aller Lebensprobleme bemüht und seinem Bauch keine Chance einräumt, leidet er unter einer Fülle von Ängsten, ist hochgradig eifersüchtig und in vielen Dingen wenig gelassen. War anfangs die sexuelle Beziehung zu Annie noch in Ordnung, wird sie zunehmend schwieriger. Man diskutiert zu viel im Bett! Das verschreckt bekanntermaßen den Eros!
Als Annie ihn eines anderen Mannes wegen verlässt, stürzt eine Welt für Alvy ein. Der Versuch seine Geliebte zurückzuerobern misslingt. Sie ist dem Stadtneurotiker entwachsen und weiß dies auch. Werden sie eine zweite Chance erhalten?
Der Film stammt aus dem Jahre 1977. Woody Allen gelingt es die Intellektuellenszene New Yorks bestens zu persiflieren, indem er sich ein wenig über deren intellektuellen Vorlieben und psychischen Schwächen lustig macht.
Allen wirbt dafür, das Leben nicht allzu ernst zu nehmen, sondern im eher die komischen Seiten abzugewinnen.
Kein schlechter Ansatz!
Zeitlos, witzig, intellektuell, neurotisch. Woody Allens -Der Stadtneurotiker- ist einer dieser zeitlosen Streifen, die man sich auch in zehn Jahren noch ansehen wird. Der Künstler Alvy Singer(Woody Allen) beginnt eine Beziehung zu Annie Hall(Diane Keaton). Der Zuschauer fragt sich schnell, wer von den beiden wohl neurotischer ist. Nichts in dieser Beziehung ist selbstverständlich. Alles muss fundiert erklärt und logisch sein. Selbst im Bett können die beiden nicht so richtig abschalten, okay, Annie schon, jedenfalls wenn sie einen Joint zu rauchen bekommt.
So begleiten wir Annie und Alvy durch ihr Leben und durch New York. Wir erleben tragische Momente, hervorragende Lacher und einen Woody Allen, der sich manchmal aus der Handlung des Films löst, um mit dem Betrachter vor der Glotze zu kommunizieren.
Das der Film aus dem Jahr 1977 ist, muss man dazu schreiben. Denn: Allens Komödie um die Beziehung zwischen Mann und Frau ist heute noch genau so aktuell wie damals. Allerdings haben es in den vergangenen 30 Jahren nur wenige Filmemacher geschafft, das Thema so lustig und zugleich interessant zu verarbeiten.
Einer der "Besten Filme aller Zeiten".
Einfach nur genial ! Woody Allen ist meiner Meinung nach einer der Besten. Und dieser Film auch. Es ist unglaublich wie gut "Der Stadtneurotiker" ist. Obwohl ich ihn schon ca. 30 Mal gesehen habe kann ich ihn mir immer wieder ansehen und über diese vor Ironie und NY-Intellekt triefenden Dialoge Tränen lachen. Eine ganz klare Sache: Kauft den Film, denn wir brauchen die Eier :)
Woody at it's best !!! Kürzlich habe ich mir den Film "Der Stadtneurotiker" von Woody Allen mal wieder angesehen u. habe mich dabei köstlich amüsiert !!!
Wenn man bedenkt wie alt der Film inzwischen bereits ist, kann man nur staunen, wie sehr Woody Allen damals u. auch heute mit diesem Film auf der Höhe der Zeit ist.
Da könnte sich so mancher heutige Filmemacher ein Scheibchen von abschneiden, kann ich da nur sagen !!!
Die absolut genialen Überlegungen über Alltäglichkeiten u. über das Leben an sich, die Woody Allen den ganzen Film über anstellt, kennt im Grunde jeder.
Jeder hat so etwas irgendwie schon mal gedacht u. darum erkennt man sich selber auch so herrlich parodiert wieder !!!
Weil Woody Allen die Gabe hat alles irgendwie ein wenig ins Absurde u. Lächerliche zu ziehen u. seine Gags u. Anspielungen sind ebenfalls zum Schreien komisch.
Fazit ist jedenfalls, ich habe mich glänzend amüsiert u. teilweise Tränen gelacht !!!
Unbedingt anschauen u. nicht verpassen !!!
Woody Allens Meisterwerk Als Gewinner von vier Oscars, einschließlich ?Bester Film", kann man diese Tragikomödie wohl als einen der besten Filme von Woody Allen ansehen. Anders als bei aktuellen Komödien wird hier der Zuschauer durch Wortwitz zum Lachen gebracht, und nicht durch Slapstick-Szenen. Und das macht diesen Film für mich zu einem der lustigsten Filme überhaupt. Die beiden Hauptfiguren wurden perfekt besetzt: Diane Keaton spielt zauberhaft (Oscar!) und Woody Allen kann einfach wie niemand sonst einen deprimierten Mittvierziger in der Midlife-Crisis darstellen. Das alles summiert sich zu einem Filmvergnügen, das in bester Erinnerung bleibt, auch wenn es den Zuschauer ein wenig nachdenklich stimmt.
Jeder Woody-Allen-Fan besitzt die DVD wohl sowieso schon, allen anderen kann ich dieses Meisterwerk nur wärmstens empfehlen. Ein Film mit viel Gefühl, aber ganz ohne Kitsch.
"Ich möchte nie einem Club angehören, der Leute wie mich als Mitglied aufnimmt."
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften